FeedZither
MusikBrockhaus 1882

Zither (zunächst aus lat. eithara) heißt ein schon im frühesten Altertum bekanntes und weitverbreitetes Saiteninstrument, welches mit der ebenfalls gebräuchlichen und verwandten Lyra (s. d.) nicht verwechselt werden darf. Bei den Griechen bestand nämlich die Z. (Kithara) aus einem Griffbrett; sie war das Instrument der Virtuosen, mit fünf oder mehr Saiten bezogen und wurde mit dem Plektron (s. d.) gespielt oder geschlagen. Die gewöhnliche Stellung derselben war, wie sie die alten Denkmäler zeigen, beim Spiele so, daß der Steg gegen das Gesicht aufrecht gekehrt stand, der untere Teil aber, wo sich die beiden gebogenen Enden oder Hörner vereinigten, auf dem Ellbogen des linken Arms ruhte. Daher konnte man die Kithara nur sitzend, oder indem man ihr eine Stütze gab, spielen. Diejenigen, welche sie spielten, nannte man Kitharisten, und die zugleich dazu sangen, Kitharöden. Die Erfindung und den ersten Gebrauch derselben schreibt die Sage dem Amphion zu; die ältere Harfe der Agypter, Hebräer u. s. w. wird die Anregung gewesen sein. Die neuere, zum Teil noch jetzt in Tirol und bei den deutschen Bergleuten gebräuchliche Z. ist ein von Holz flach gebautes Instrument mit flacher Resonanzdecke und Schallloch, einer ungefähr 5 em hohen Zarge, langem Hals mit Griffbrett und flachem Boden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 930Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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