Zoarces (lat.), die Aalmutter. „Zobel (Mustela Zibellina), russ. Sobolj, heißt eine in den einsamsten Waldgegenden Sibiriens und des polaren Amerika heimische, jetzt sehr selten gewordene Art der Gattung Wiesel (s. d.). Der Z. wird 45 em lang, 30 em hoch, sein Schwanz mißt 45 cm. Er ist listig, gewandt, hört scharf und ist schwer zu überlisten. Nur des Nachts geht er Raub aus. Bei stürmischem Wetter verbirgt er si in seiner Höhle, in deren Nähe er seinen Vorrat aufbewahrt. Im Sommer frißt er verschiedene Waldfrüchte, im Winter Mäuse, Ratten, selbst Hasen, Waldhühner und Fische. Sein Pelz ist meist dunkelbraun, hat lange, seidenglänzende Grannenhaare, die sich nach jeder Richtung streichen lassen, ohne struppig zu werden, und erferle dichtes, weiches Grundhaar. (S. Zobelfelle.) Das lebende Tier hat am Unterhalse einen dottergelben Fleck, der nach dem Tode schnell abbleicht. Zobelfelle. Im Rauchwarenhandel unterscheidet man sibirische und amerikanische Zobel. Die sibirischen Zobel, von Mustela zibellina stammend, sind das edelste und kostbarste Pelzwerk. Ihre Farbe ist hellbräunlich bis zu tief dunkelbraun, oft mit weißem Grannenhaar (Silberzobel). Besonders selten und von hohem Wert sind die kastanienbraunen Z. mit Goldglanz. Der Pelz der Männchen ist größer und dichthagriger als der der Weibchen, auch sind die Winterfelle besser als die Sommerfelle. Die schönsten Z. kommen aus dem östl. Sibirien, von Irkutsk und Ochotsk, während die vom schon un der obern Lena und vom Amur weniger schön sind. Der Preis der Felle schwankt von 20 bis 500 Mark für das Stück; zu einem vollständigen Pelze gehören gegen 80 Stück. Die 3. bilden ein Monopol der russ. Regierung und werden meist als Steuer (s. Jasak) geliefert, oder an die Regierungsbeamten verkauft und dann nach Petersburg gebracht. Hier werden die besten für den Hof ausgesucht (der russ. Kaiser verschenkt Ehrenpelze von Zobel), die übrigen verauktioniert. In Rußland und China verwendet man die Z. zu Pelzfutter (freilich nur für reiche Leute) sowie nlic zu Kragen und Mützen, in Westeuropa gewöhnli nur zu Garnituren für Damenpelze. Die amerikanischen Zobel stammen von einer Marderart (Mustela canadensis) her; sie sind gröber an Haar und mehr rötlichbraun, sonst aber ebenfalls in allen Schattierungen von gelblich bis dunkelbraun. Die schönsten Felle kommen aus den Küstenländern der Hudsonsbai und von der Labradorküste; sie haben oft einen Wert von 80—100 Mark das Stück, während die südlich vom Lorenzbusen oft nur einen Preis von 5—10 Mark erzielen. Die Ausfuhr aus den Hudsonsbailändern beträgt jährlich circa 80000 Stück Z.; wegen ihres mäßigen Preises werden sie in allen Ländern, auch in Rußland, viel verbraucht, besonders aber in England. Das Färben der Z., um sie dunkler zu machen oder Fellen anderer Tiere ein zobelähnliches Ansehen zu geben, wurde früher in großem Umfang betrieben (ältere Rauchwarenfärber nennen sich noch heute Zobelfärber). Die Schweife der 3. dienen zu Besätzen für Damenpelze, sowie zu Mützen für poln. Juden. Gefangen werden die Zobeltiere durchgängig in Fallen.