
Dampfschiff, n., Dampfboot, n., frz. bateau m. à vapeur, vapeur m., pyroscaphe, engl. steamer, steamboat, steam-vessel, steam-ship, span. buque de vapor, Schiff, welches durch Dampf in Bewegung gesetzt wird. Die Dampfmaschine wird bei kleineren Schiffen, u. wenn der Widerstand des Wassers nicht sehr starkist, durch Dampf von niederem Druck betrieben (s. Dampfmaschine), da ja an Wasser zum Kondensiren kein Mangel ist; bei größeren Schiffen u. größerem Widerstand werden indes auch Hochdruckmaschinen angewandt, obgleich dieselben mehr Brennmaterial erfordern. Auch direkt wirkende Maschinen und solche mit oseillirenden Cylindern werden, doch letztere bei weniger großen Schiffen, häufig angewandt. Der gleichothek Heidelberg * FC örmigen Bewegung halber waren bis vor Kurzem stets n 208 Maschinen aufgestellt, deren jede eine Kurbel dreht,‚ d welche aufderTransmissionswelle sitzt; diese Kurbeln stehen unter 90 gegen einander. An deren Stelle sind jetzt CLompoundmaschinen mit ebenso gestellten Kurbeln u. mit Re-v ceiver getreten. Die Die werden entweder durch Räder fort⸗ 6 bewegt, welche durch die gedreht werden, od. jetzt immer häufiger, durch Schraubenpropeller, eine ArtFlügelrad, welches sich ganz unter dem Wasserspiegel befindet. In ersterem Fall ist die Einrichtung getroffen, daß man jedes Rad allein, also beide auch in entgegengesetzten Richtungen, drehen kann. Bes. bei größeren Seeschiffen ist die Schraube auch bei diesen Wendungen des Schiffes praktischer als die Räder, da letztere beim Schwanken durch die Wellen nicht gleichmäßig in das Wasser eingreifen. Bei den Schiffsmaschinen wird der Kolbenschub sehr klein gemacht, mitunter kleiner als der Durchmesser des Cylinders. Fig. 1346 stellt Fultons erstes D. „Clarmont“, 1807 in New-Hork gebaut, dar, 47 m lang mit 18 Pferdekräften. Fig. 1347 das größte D., welches bis jetzt gebaut wurde, den „Great Eastern“, 1857 in England vom Stapel gelassen. Er hatte sowohl Räder als eine Schraube; außerdem sieben Masten für Segel. Der Entwurf war von Isambard Kingdom Brunel; Länge 208 m., Breite ohne Radkasten 24 m., Höhe von Deck bis Kiel 18m. Die Ladungsfähigkeit betrug 22 500 Tonnen, doch sollten nur 18000 Tonnen (Kohlen eingerechnet) gelagert werden. Passagiere faßten die Räume4000, außerdem 4 —500 Mann Schiffsmannschaft. Zu dem Betrieb der Räder dienten vier Dampfmaschinen mit einer Normalkraft von zusammen 1000 Pferde-ei kraft, zu dem Betrieb der Schraube gleichfalls vier Maschinen mit 1600 Pferdekraft. Zehn Kessel lieferten 2 Dampf, vier für die Räder, sechs für die Schraube; fünf z1 Schornsteine standen auf Deck. Die Maschinen hatten vier e oscillirende Cylinder, der Durchmesser der Schaufelräder b HEIDELBERG O Universitatsb war 18 m., der Schraube 17 m. etc. Man ist aber vollständig davon zurückgekommen, solche Riesenschiffezu bauen, außer für Kriegszwecke. Dennoch sind Ozeandampfer von 100 w. Länge keine Seltenheit mehr u. die meisten haben Maschinen von mehr als 600 Pferdekräften. Nur eine, zuerst beim Great Eastern in größerem Mäßstab angewendete Einrichtung hat allgemeinen Anklang gefunden. Damit, wenn ein Leck entstehe, dies nur auf die betreffende Abtheilung Einfluß habe, theilen 10 vollkommen wasserdichte eiserne Wände, in Abständen von 18 m. das Schiff in die Quere, zwei eiserne Wände, jede ca. 100 m lang und 14 m. von einander, der Länge nach; jede Abtheilung ist ohne Verbindung mit den Nachbarabtheilungen. Diese Konstrukbibliothek Heidelberg tionsweise hat beieiniger Umänderung zu dem Zellensystem eführt, welches jetzt viel angewendet wird, s. Fig. 1348. euerdings strebt man, beskleine, schnellfegelnde Dampfer zu bauen, deren Geschwindigkeit man bis zu 20 engl. Meilen pro Stunde gebracht hat. Es dient zu deren Betrieb nur die Schraube, u. hat man sich viel mit der Verbesserung derselben beschäftigt. Einestheils hat man Zwillingsschrauben, d. h. zu beiden Seiten des Steuers liegende Propeller angeordnet, wobei die Wendung des Schiffes durch Stillstand od. verkehrte Drehung der einen Schraube sehr erleichtert wird; dann hat man, was aber nur bei kleinen Dien anwendbar ist, die Schrauben lenkbar gemacht und somit zur Steuerung mit verwendet; anderseits hat man es mit zwei Schrauben, eine am Vorder⸗ und eine am Hintertheile, versucht u. auch hierdurch nicht nur die Geschwindigkeit, sondern zugleich die Manövrirfähigkeit od. Lenksamkeit erhöht. Ferner hat man Balancierräder konstruirt, bei welchen die Achse nicht an der Kante der Ruderfläche sitzt, sondern etwa ein Drittel der letzteren hinter der Achse liegt. Der Oberflächen- oder Trockenkon-Fig. 1348. Theil des Gerippes eines nach dem Zellensystem densator erspart viel Wasser u. vermindert daher thunlichst das Speisen⸗ mit Seewasser. Ausnahmslos wendet man jetzt die lokomotivkesselartigen Feuerröhrenkessel an.

