FeedSteuerung
Recht & StaatBau-Lexikon 1881

Steuerung, k., franz. régulateur, w., mécanisme de renversement, engl. distributor, link-motion (Masch.), an einer Dampfmaschine oder Wassersäulenmaschine die Vorrichtung, welche den Dampf oder das Wasser zwingt, abwechselnd über u. unter den Kolben zu treten, und dabei auf der andern Seite des Kolbens den verbrauchten Dampf oder das verbrauchte Wasser abführt; geschah früher meist durch Steuerungshähne, frz. robinets, engl. cocks, deren hohle Gänge die verschiedenen Röhren durch verschiedene Hahnstellung abwechselnd anders kommuniziren lassen; durch leuerungshehel, frz. lexvier de renversement, de distribution, engl. reversing-lever, starting-lever, und Schiebestange, Steuerstange, frz. barre de relevage, engl. reversing-rod, wird die jedesmalige Hahndrehung bewirkt. Jetzt geschieht die S. meist durch Steuerschieher, franz. tiroir régulateur, engl. distributing slide-valve, Dampfschieber (s. d. u. Coulisse 6., sowie d. Art. Dampfmaschine). Die Bewegung des Schiebers wird durch ein Ercentrik (. d.) regulirt, welches, wenn die Verhältnisse genau so wären, wie die Theorie lehrt, um 90“ gegen die Kurbel verstellt sein müßte. Um jedoch Stöße zu vermeiden, läßt man den Schieber bereits bei Beginn des Kolbenweges etwas aus seiner mittleren Lage heraustreten. Infolge dieses Vorausgehens, des sogenannten ncaren Voreileus, muß auch das Excentrik um etwas mehr als 90° gegen die Kurbel verstellt sein; man wähle etwa 120. Damit hierbei kein Dampf komprimirt wird, macht die Deckfläche des Schiebers etwas größer als die ansionerreicht. Bei Expansionsmaschinen benutzt man (bsperrung des Dampfes gewöhnlich zwei Schieber, denen der eine, der Vertheilungsschieber, den Zufluß des upfes in den Cylinder regulirt, während der andere, THEK der Erhanfionsschieber, den Zufluß des Dampfes zu dem ersten Schieber regulirt und zuweilen ganz absperrt; jeder Schieber erhält seine eigene Bewegung und sitzt auf einer Knagge. Dabei kann man auch noch die Einrichtung treffen, daß der Grad der Expansion verändert werden kann, selbst während des Ganges der Maschine (Meyers variable Expansion). Man hat auch versucht, durch den Vertheilungsschieber selbst zu expandiren, doch muß man dabei die gewöhnlichen Kreisexcenter aufgeben, und dieselben vielmehr so einrichten, daß der Schieber beim Hin⸗ und Hergang während der Zeit, in welcher der Dampfzufluß abgesperrt ist, still steht. Die gewöhnlichste S. dieser Art ist die Saulnier sche. Außerdem hat man noch die Kanatschieber u. die Kreisschieher; bei den ersteren, die namentlich bei Woolfschen Maschinen noch in Gebrauch sind, ist der Schieber durchbohrt; die letzteren haben keine Längen⸗, sondern Kreisbewegung und kommen besonders an amerikanischen Maschinen vor.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 272Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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