FeedFahre
VerkehrBau-Lexikon 1881

Fahre, k. s. Baake 2. +frz. bac m. de trajet, pont m. flottant, engl. ferry-boat, ntraject, floatingbridge, ital. tragitto, span. balsa flaches, verhältnismäßig sehr breites Schiff mit niederem Bord u. geringem Tiefgang, noch bessereine Verkoppelung von zwei schmalen Kähnen, zum Uebersetzen der Menschen, des Fuhrrwerks und Viehes; 1. gewöhnliche F., gleitende F. am Spanntau, frz. bac à traille, engl. trail-flying-bridge, an einem quer über den Fluß gespannten Draht⸗ oder 8 gewöhnlichen Seil befestigt, auf welchem eine mit Rollen versehene Oeseläuft, an welcher das Fährschiff mittels eines r.Taues hängt; zweckmäßig ist es, das Schiff an zwei solche NRollen zu hängen; vermittels des Einstellens der Taueauf nek Heidelberg DFC verschiedene Längen od. vermittels des Steuers stellt man das Schiff in einen Winkel von ca. 35gegen die Strömung, welche dann die F. selbst über den Fluß treibt; hierbei schwimmt das Leitseil entweder im Wasser, oder es ist über zwei dazu errichtete hohe, starke Mastbäume gespannt, welche sich auf den beiderseitigen Ufern befinden, so daß die Schiffahrt nicht unterbrochen wird. — 2. Fliegende F., fliegende Brücke oder Gierbrücke, frz. pont volant, engl. swing-bridge, flying bridge, bei welcher der Prahm mittels eines Taues oder Gestänges an einem weit stromaufwärts liegenden Anker oder auf einer zufällig daselbst befindlichen Insel befestigt ist, so daß das Fahrzeug an diesem Tau, durch die Strömung getrieben, einen Bogen beschreibt; gewöhnlich liegt das Tau in Gabeln, welche auf einer Reihe mit einander verbundener Pontons od. Kähne angebracht sind, so daß die Gabeln gegen das Fährschiff zu immer höher werden, um Spannung zu vermeiden; auf dem Schiff selbst stehen zwei Masten, durch einen Querriegel verbunden, auf dem eine Rolle läuft, durch welche wiederum das Leitseil geht; die Bewegung geschieht wie oben. — 3. Dampffähre, frz. trajet à vapeur, engl. steam-ferryboat, jetzt immer mehr angewendet und noch in der Ausbildung begriffen. Sehr gern konstruirt man die Dampffähre durch Verkuppelung zweier Prahme. Die Bewegung geschieht entweder mittels einer auf dem Fahrzeug selbst angebrachten Schiffsdampfmaschine, wie bei Dampfschiffen (fliegende Dampffähre), od. mittels einer am Ufer stehenden Dampfmaschine (gleitende Dampffähre) am Spanntau. Die Größen der Fen sind sehr verschieden; bei Anlage derselben berücksichtige man Stellen, welche, frei von Untiefen, keine zu starke Strömung haben, auch geeignete Ufer zum bequemen Anlanden der Fähre darbieten.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 278Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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