kalkige Gesteine, u. pl. (Miner.), als wesentliche Bestandtheile aller En G. finden wir den kohlensauren Kalk oder den Gips. Die Kalksteine, franz. calcaire, m., engl. l3ime-stone, oder Calcilithe sind die als Fels⸗ und Gebirgsmassen vorkommenden körnigen, dichten und erdigen Abänderungen des Caleits. Nach Struktur, Reinheit des Gesteins etc. unterscheidet man: a) Urkallzstein, körniger Kalk, franz. caloaire lamellaire oder saccharoide, engl. granular limestone, welcher in seinen reinen, weißen Abanderungen den Marmor bildet. b) Flöhkalksteine; diese haben vorherrschend eine dichte Gesteinstruktur u heißen deshalb auch dichter Kalkstein. Nach dem Alter der Flötzkalksteine unterscheidet man Uebergangskalkstein, Grauwackekalk, frz. calcaire intermédiaire, engl. transition-limestone, u. Bergkalk. Der Uebergangskalkstein hat einen Thongehalt bis zu 25/ und liefert ein gutes Material für Bildhauer und zu Darstellung des hydraulischen Kalkes. Der Bergkalk, Encriniten⸗ oder Entrochitenkalk, frz. alcaire carbonifère, engl. mountain, carboniferous, metalliferous, encrinallimeéstone, unterscheidet sich vom Uebergangskalkstein durch seine Lagerung auf dem alten rothen Sandstein, in welchem sich Kohlenschiefer finden; hierher gehört auch der bituminose Kalk, franz. Calcaire fétide, engl. stinkstone; s. Stinkstein. e) Muschelkalkstein oder Wellenkalk, frz. calcaire conchylien, engl. shell-limestone, welcher sehr reich an manchfaltigen Schalthierversteinerungen ist; die unterste Schicht dieses Gesteins zeichnet sich durch dunkle Fäürbung aus und heißt Zech stein, frz. Calcairepenéen, engl. magnésian limestone, d) Jurakalkstein, frz. Cal-⸗ caire jurassique, zerfällt in verschiedene Abänderungen, welche theils durchzwischenliegende Mergelschichten, theils durch Sandstein von einander getrennt sind. Die wichtigsten Abänderungen des Gesteins sind: der Gryphitenkalkstein, Liaskalk, frz. calcaire bleu, engl. lias, von layers, lagern, wegen seiner regelmäßigen Schichten, der Roggenstein oder Oolithenkalk, welcher als Baustein und zu Mörtelbereitung brauchbar ist, der Mergelkalkstein od thonige Kalkstein, der lithographische Stein‚. der Korallenkalkstein; vergl. d. Art. Juraformation. 0 Plänerkalthein bildet seiner Hauptmasse nach einen thonigen oder sandigen Kalkstein. Der sandige Pläner liefert gute Bausteine und Platten; die feinerdigen, dichten und die thonigen Massen liefern Mörtel und Cement. ) Kreide, frz. craie, engl. chalk, meist reiner kohlensaurer Kalk, bildet der Hauptmasse nach ein Haufwerk von Schalen mikroskopischer Thiere, geht in den untersten Schichten in den Plänerkalkstein über. g) Ragelslue, ein konglomeratähnliches Gebilde aus Rollsteinen von Kalkstein, Porphyr, Granit, Sandsteinen und verschiedenen Schiefergesteinen. Uimestone, ein aus theils groberdigen, theils dichten, theils krystallinisch-körnigenKalktheilen zusammengesetzter Kalkstein, in welchem sich viele Konchylien finden, daher bei Wien Nummulitenkalk genannt. 1) Süßwasserkalkstein, welcher oberflächliche Ablagerungen von dichtem, festem oder zerreiblichem Kalkstein bildet. E) Kalktuff, frz. tufcalcaire, welcher sich durch Ausscheidung des Kalkes aus fließenden Gewässern bildet und zu dem auch der Erbsenstein, Pisolith, gehört. ) Mergelsteine, frz. marne, engl. marle, innige Gemenge von Kalkstein, Sand und Thon, welche an der Luft zu Mergel verwittern. Die bunten Mergel liegen als dünne Schichten zwischen den Massen des bunten und des Keupersandsteins; der Plänermergel oder Kreidemergel kommt in Schichten im Plänerkalkstein vor. Die Mergelsteine haben als Bausteine keinen Werth, bilden aber gutes Material zu Cement. m) Die Volomite bilden mit ihren Abänderungen einfache Gesteinsmassen, den dichten oder körnigen Kalksteinen sehr ähnlich. Man unterscheidet Dolomit der Alpen, Rauhwacke, Juradolomit und Bitterkalkmergel. u) Gips oder schwefelfaurer Kalk, welcher gleichfalls ganze Gebirgsmassen bildet; er hüngt durch Thon und Kalkstein mit den Massen der Kalksteingebirge und des Mergels zusammen und geht in diese über. o) Blätterige und spätige Ralksteine, . d. Art, Kalkspat. Der blätterige Kalkstein ist graulich, gelblich, röthlich, weiß und schneeweiß, oft rauchgrau, auch perlbläulich, grünlich, röthlichgrau, bläulichschwarz, isabellgelb u. s. w., in allen Farben eintönig, selten gestreift, gefleckt oder geadert, hat geradblätterigen u. derben Bruch. Abgesonberte Stücke sind klein und feinkörnig; je größer das Gefüge, desto mehr ist er durchscheinend und bekommt ein Ansehen von kryftallisirtem Kalk, deshalb hat er den Namen salinischer Marmor. Das Gestein selbst ist halbhart; am härtesten sind die feinblätterigen Arten, spröde, mager u. nicht schwer; s. übr. Kalkspat. p) Haseriger Kalk, frz. Chaux carbonatée fibreuse, zerfällt in zwei Arten, in gemeinen faserigen (s. d. Art. Faserkalk) und in Kalksinter. Er kommt in Flötzgebirgen oft mit Kalkspat und körnigen Kalksteinen, verhärtetem Thon, Thonschiefer, Quarz u. s. w. vor; ist eine aus Kalktheilen zusammengekittete Kalkmasse; von Farbe bläulich, graulich, gelblich, grünlich, röthlichweiß; durch die ihm beigemischten Metalloxyde wird er oft blaßgrün, gelb, roth u. himmelblau. Die natürliche Oberfläche ist gewöhnlich grau, auch oft drusig, der innere Bruch aber faserig, vom Hochfaserigen bis ins Grobfaserige wechselnd; beim Brechen zerspringt er keilförmig und splitterig, ziemlich scharfkantig, aber selten eckig, ist spröde und leicht zersprengbar. Er ist seiner porösen Oberfläche wegen zu einer guten Bindung fähig, giebt auch einen guten Kalkmörtel, wenn er nicht mit fremden Erden, zumal mit Thon⸗ und Bittererde, vermischt ist. ) Conit (s. d.).