FeedEngelhardt (Otto Mor. Ludw. von)
NaturlehreBrockhaus 1882

Engelhardt (Otto Mor. Ludw. von), Naturforscher, geb. auf dem väterlichen Landgut Wieso in Estland 27. Nov. (8. Dez.) 1779, besuchte die Domschule zu Reval und mußte gegen seine Neigung seit 1796 in Leipzig, dann in Göttingen Jurisprudenz studieren. Erst 1801 gelang es ihm, die Bergakademie Freiberg zu beziehen, wo er von Werner in die Geognosie eingeführt wurde. Von hier aus unternahm er mit Karl von Raumer osbri Reisen durch Deutschland, Frankreich, roßbritannien und Italien, die sie später gemeinschaftlich in ihren „Geognost. Versuchen » (Berl. 1816) und 4«Geognost. Umrissen » (Lpz. 1817) veröffentlichten, und kehrte im Herbst 1809 aus Paris nach Rußland zurück. Mit Friedrich von Parrot unternahm E. 1811 eine Reise in die Krim und den Kaukasus, die er in zwei Bänden (Berl. 1815 beschrieb, und begab sich 1814 nochmals na Deutschland, kehrte aber schon 1815 nach Dorpat zurück und beschäftigte sich bis 1817 mit der mineralog. Untersuchung Liv⸗ und Estlands. Im J. 1818 bereiste E. Finland, welches er in seinem roßartig angelegten Werke: Darstellung aus dem Felsgebäude Rußlandso (Bd. 1: «Geognost. Umriß von Finlando, Berl. 1821) beschrieb, nachdem er 1820 zum Professor der Mineralogie zu Dorpat ernannt war. Seit 1826 bereiste er von Finland aus die Gouvernements Olonez und 31. Gouve bis zum Ural, dann die mittlern und südl. Gouvernements Perm, Saratow und Orenburg und entdeckte Lagerstätten von Gold, Platin und Diamanten, über die er in Aufsehen erregenden Abhandlungen (Riga 1828 u. 1830) berichtete. E. starb 29. Jan. (10. Febr.) 1842 in Dorpat.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 137Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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