
öffnung. — 3. O. du tailloir, rose du tailloir, Blume in der Mitte der hohlen Abakusseiten des korinthischen Kapitäls. — 4. O de bouc, Onyx, Wassergalle. — 5. O. Ge chat, Katzenauge(Edelstein). — 6. O. du mond, deutscher Onyx. — 7. O. de boeuf, Ochsenauge, Rundfenster. — 8. O. de yolute, Mittelpunkt einer Volute. Oeilletterie, f. frz., Nelkenbeet. Oeuf, m., frz., Ei, I. O. funéraire, Ei als Symbol des Todes bei den alten Christen. Auch in ägyptischen Hypogäen hat man Straußeneier gefunden; Mohammedaner bringen auf den Gräbern ihrer Todten Eier als Liebesgabe dar. — 2. O., Ove, Ei im Eierstab, s. Ove. Oeuyre, f. frz., Werk, Kunstwerk, Arbeit, Gebäulichkeit, Kirchenfabrik; basse-O., Untergeschoß; haute-O., Obergeschoß; reprendre en sous-O., unterfahren; hors ., hors d'o., äußerlich, bei Mäßen: äußerlich gemessen; 8e jeter hors d'o., ausladen; hors d'o., als subst., Anbau, Anwurf; dans 0., dans I0. innerlich, bei Mäßen: im Lichten gemessen; o. d aiguille, Stickerei; mettre en 0. une matière, une pierre, ein Material anwenden, einen Stein versetzen; o. d'eglise, Bank für die Kirchenvorsteher; o. morte, Oberschiff, s. d. Art. Schiff; o. vive, das lebendige Werk; o. pisée, s. Pisée; o. de plomb, das Werkblei. Ofen, m. frz. four, fourneau m., fournaise, f., engl. oven, ital. forno, fornace, span. Korno, lat. fornax, furnus, im allgemeinen jeder auf Wärmeabgabe konstruirte Apparat, also jede geschlossene Feuerungsanlage, in der entweder sehr hohe Temperatur, Schmelztemperatur, direkt in der Flamme zu industriellen Zwecken benutzt wird (Backofen, Brennofen, Flammofen, Glühofen, Röstofen, Schmelzofen) oder in der höhere oder niedrigere Temperatur nur erzeugt wird, um anderweit für industrielle Zwecke benutztzu werden (Blasenfeuerung, Kess elfeuerung, Bratofen, Kochofen und andere Feuerungsanlagen); über alle diese handeln bes. Artikel; speziell versteht man aber unter dem Wort O., franz. poele, altfranz. chauffe⸗-doux, Stuve, engl. stove, ital. stulka, span. estufa (daher das Wort Stube), eine geschlossene Heizeinrichtung für Zimmer, also einen Apparat, um die durch Verbrennung eines Brennstoffes erzeugte Würme zu Erwärmung eines Wohnraumes nutzbar zu machen, in dessen Innern also warme Berbrennungsprodukte sich bewegen (fließen) und dessen Wandungen diese Wärme dem Zimmer zuführen sollen. Während in den oben erwähnten Ofenarten die Wärme innerhalb des Ois nutzbar gemacht werden soll, weshalb ihrk Feuerraum von möglichst schlechten Wärmeleitern um⸗ . geben sein muß, müssen hingegen bei Heizöfen, wo es sich 1. um Ausgabe und Abgabe nach außen thunlichst aller ere zeugten Wärme handelt, gute Wärmeleiter das Richtigste, i‚muß also Umgebung mit schlechten Wärmeleitern ganz i,‚falsch sein. Einige hiereinschlagende Regeln, Erfahrungs⸗ „sätze u. Definitionen enthält d. Art. Heizung sowohl in der nEinleitung als auch unter III. u.IV. Hier sei noch Einiges dzu Vervollständigung des dort Gesagten beigebracht. I. Allgemeines. 1. Die Geschichte der Oefen ist noch rsehr wenig aufgeklärt. Die Griechen scheinen kaum irgend „eine Heizvorrichtung gehabt zu haben. Auch die Römer oheizten bei dem günstigen Klima Italiens nur höchst selten oihre Wohnräume; Plinius erwähnt in seiner Beschreibung des Tuscum nur ein heizbares Zimmer. Dringender ward der Bedarf, häufiger also auch die Anlagen von Heizungen in den nordischen Provinzen. Die Heizung, welche meist durch die Hypokausis geschah, ähnelte unserer Luft⸗ „heizung. Doch ist hier ergänzend zu Art. Heizung II. und Art. Kamin zu bemerken, daß bei den Römern die Kamine doch ziemlich häufig gewesen sein müssen, denn Plinius gebraucht ein Zeitwort oaminare, kaminähnlich herstellen. Auch Horaz und Cicero reden vom Kamin als Zimmerheizapparat, während Ovid und Juvenal das Wort nur für Schmiedeessen gebrauchen. Auch hatten die Römer kleine tragbare, bronzene Oefen, sehr ähnlich unseren Kanonenöfen. Betreffend die Zeit vom Sturz römischen Einflusses bis Mitte des 11. Jahrh., wußten wir bis vor Kurzem fast nichts über die Heizvorrichtungen. In den longobardischen Baugesetzen werden noch Kamineerwähnt, sowie Kaminaten u. Oefen, letztere als kurnus in pensile cum caccabis etc., kurz als O. aus Napfkacheln, auf3—4 Füßen mit Oberbau, aus 250 Napfkacheln, wovon auf die Spitze (Decke) 25 Kacheln kamen od. auch aus 500 u. 1000 Napfkacheln bestehend. Auch im Gudrungedicht werden Oefen erwähnt; Kaminaten auch beim Mönch v. St. Gallen, so daß man wohl schließen kann, daß schon um 650 Oefen in Gebrauch waren u, bis ins 11. Jahrh. ununterbrochen in Gebrauch blieben. — Dann tritteine Lücke in den Nachrichten ein. Die Normannen führten die Kamine inSizilien u. Apulien ein, ohne daß von eigentlichen Oefen die Rede wäre. Letztere kommen erst wieder im 14. Jahrh. urkundlich vor; die ältesten uns erhaltenen Oefen sind aus dem 15. Jahrh. Es sind dies meist riesig große Kachelöfen. Die aus dem 16. Jahrh. erhaltenen haben ungeheure eiserne Kästen, oft beinahe 2 m. lang bei 1¼ m. Höhe u. 1 bis 1½ m. Breite, auf denen dann ein thurmartiger Aufsatz sich erhebt. An diesen Aufsätzen ist oft nicht blos Kunstfertigkeit, sondern auch viel Geschmack entwickelt, obgleich sie meist nur vom Töpfer gemacht sind. Im vorigen Jahrhundert kamen die schwarzblechenen Oefen und dann Porzellanöfen in Mode. 2. Das Material betreffend, ist Kupfer, der beste Wärmeleiter, leider zu theuer; dem folgt Eisen. Dem Eisenblech zieht man Gußeisen vor, weil durch die Formung für den Guß dem Eisen leicht die wünschenswerthe Gestaltung in den verschiedensten Arten gegeben werden kann. Sonach ist ein richtig konstruirter gußeiserner O. der richtigste Wärmeausgeber. — 3. Anforderungen. Außer dem Abgeben möglichst aller erzeugten Wärme kann und soll man verlangen, daß der O. schnell anheize, lange die Wärme in immer abnehmender Intensität, wiederhalte; ferner soll die Luft, die am O. sich erwärmt, nicht verdorben werden dadurch, daß der in ihr schwimmende Staub versengt wird; auch soll der O. das Zimmer gleichmäßig durchwärmen, d. h. es soll in der Nähe der Fenster so warri sein wie in der Nähe des O.s; man will Möbel in die Nähe des O.s stellen können, um nicht noch viel mehr Platz im Zimmer zu verlieren, als der O. für sich schon beansprucht, u. schließlich will man nicht an einen bestimmten Brennstoff, wie Kohks od. Anthrazitkohle od. gar nur an Holz gebunden sein. — Diese Forderungen stellte man bis jetzt meist an Oefen; neuerdings aber, seitdem die Gesundheitstechnik sich entwickelte, beansprucht man mit Recht, daß mit der Heizung Luftzug verbunden sei, u verlangt deshalb nicht mehr Oefen schlechthin, sondern Lüftungs⸗ und Ventilationsöfen, die also nicht nur erwärmen, sondern gleichzeitigfrische Luft von außen, aber erwärmt, dem Zimmer zuführen; dadurch wird auch der Anspruch auf Wärmeabgabe gesteigert u. um so mehr muß die Umfassung des Herdes u. O.s aus einem guten Wärmeleiter bestehen, also nicht aus Kacheln, sondern aus Eisen, wobei aber das Glühen zu vermeiden ist. — 4. Stellung der Oefen. Das Vortheilhafteste für Erwärmung der Zimmer wäre allerdings, man stellte die Oefen an die Fenster. Es müßten jedoch alsdann die Rauchröhren in den Frontwänden hinaufgehen, wie dies auch schon im Mittelalter vielfach der Fall war. Dann aber würde die äußere Seite der Schornsteine kalt bleiben und somit der Rauchzug oft unterbrochen werden. Es würde sich diese Stellung der Essen auch nur bei flachen Dächern anwenden lassen. Sollte aber der Rauch von den Fenstern weg in eine der Mittelwände geleitet werden, so würde dieses mit mancherlei Schwierigkeiten verbunden sein. Man stellt deshalb die Stubenöfen gewöhnlich in eine Ecke des Zimmers, obgleich die Mitte einer Wand besser dazu geeignet wäre. Entschieden falsch ist es, dieselben einzumauern oder in tiefe Nischen zu verbergen. Zwei Zimmer mittels eines O.s zu heizen, indem man denselben durch die Wand gehen läßt, ist nicht zweckmäßig. — 5. Weitere Bemerkungen. Alle Arten von Oefen, ohne Rücksicht auf das Material, aus dem sie errichtet u. auf das System, nach dem sie konstruirt sind, können von innen oder außen geheizt werden. Letzteres hat allerdings den Vortheil, daß dergleichen Oefen nie in die Stube rauchen können, auch keine Verunreinigung durch das Heizen des O.s im Zimmer entsteht. Die von innen zu heizenden Oefen aber erwärmen schneller u. reinigen durch ihren Zugzugleich die Luft der Räume, in welchen sie stehen, s.sub 3. Manche nennen die vomZimmer aus zu heizenden Windöfen, die von außen zu heizenden Zugöfen; diejenigen, wo die Heizung auf der langen Seite angebracht ist, Quer⸗ od. Zwerchöfen etc. Braunkohlen, Steinkohlen und Torf erfordern einen Rost unter dem Feuerraum. Diejenigen Oefen, welche so eingerichtet sind, daß man nicht nur geringe Quantitäten von Brennstoff durch eine nahe über dem Rost befindliche Feuerungsthüre, sondern größere Quantitäten schon vor dem Anzünden des Feuers, oder auch nachdem die aufgebrachte Menge ziemlich verbrannt ist, einbringt, nenntman Füllöfen; sie haben übrigens sehr verschiedene Konstruktion u. es ist daher nicht thunlich, die Füllöfen als besondere Gruppe zu behandeln. Sie sind unstreitig sehr zweckmäßig für permanent zu heizende Räume. Bei Anwendung derselben, bes. unter Mitanwendung von Williams Füllapparat, kann man die Kohlen in den O. schaffen und darin rasch und gleichmäßig vertheilen, ohne die Ofenthür zu öffnen, überhaupt ohne oft nachlegen zu müssen. S. auch II. S. 9. 10. Die Unbequemlichkeiten und Unvollständigkeiten, welche mit Oefen verbunden sind, führten natürlich auch auf andere Rwied gsmethoden; s. dar. d. Art. Luftheizung u. Heizung, owie d. Art. Warmwasserheizungsofen, Atmopyre, Gasheizung, Dampfofen, Dampfheizung, luftdichte Verschlüsse, Kochmaschine, Küche, Herd, Schornstein etc.; vergl. d. Art. Leuchtkamin. Da die Erfindungen auf diesem Gebiet sich förmlich jagen, aber nur wenige davon sich bewähren, verzichten wir auf vollständige Anführung neuerer u. neuester Erfindungen. Eine sehr rationelle Zusammenstellung giebt Dr. M. Zinck, „Die Zimmertfen der letzten zehn Jahre“ (Leipzig, Karl Scholtze). Nachstehend geben wir nur einen kurzen Ueberblick über die wichtigsten Arten: II. Eiserne Oefen. Dieselben haben den Vorzug der guten Wärmeleitung, also thunlichster Ausnutzung des Brennstoffes, folglich billiger Beschickung, aber auch der billigen Beschaffung, und werden deshalb für alle solche Einrichtungen, wobei es nicht zugleich auf stilistische Schönheit, sonstige besondere Eleganz etc. abgesehen ist, sondern nur dem Bedürfnis selbst gedient werden soll, immer beliebter. Die wichtigsten Arten derselben sind, beim einfachen begonnen: 1. Windöfen, kleine blecherne, runde oder viereckige Oefen ohne Züge, erwärmen sehr schnell, erkalten aber auch oben so schnell; s. d. Art. Heizung IV. 6.; ganze kleine Windöfen heißen auch Hunde, im französischen Flandern Prussiens. — 2. Kanoncuöfen, s. d. Art. Heizung IV. 7., sind meist von Gußeisen. — 3. Eirknliröfen, s. d. Art. Heizung IV. 8. Es giebt deren auch mit eckigen, auf- und abgehenden Zügen. — 4. Rheinische Oefen, s. d. Art. Heizung IV. 9. — 5.Rheinische Mantelöfen, s. d. Art. Heizung IV. 10. Wegen ihrer schnellen Erwärmung eignen sich die unter 1—4 genannten Oefen gut für Heizung von Passagier⸗, Gaststuben etc. Sehr unvortheilhaft aber sind sie für Expeditionen, da nie ruhige, gleichmäßige Wärme erzielt werden kann, welche jedoch bei den rheinischen Mantelöfen wenigstens annähernd erreicht ist. Es geht nämlich meist bei den genannten Oefen durch ihren lebhaften Zug viel Wärme verloren und ein großer Theil der Asche wird als Flugasche mit fortgeführt, selbst wenn man, um den Wärmeverlust zu vermeiden, die Rauchröhren auf⸗ und abwärts leitet, werden dieselben leicht von Flugasche angefüllt. Man thut daher gut, an einem der unteren Kniee dieser Röhren eine Ausweitung für diefe Asche anzubringen; s. auch d. Art. Aschenloch. Eine andere Unannehmlichkeit der eisernen Oefen ist der Dunst, welchen sie, bes im Anfang ihres Gebrauches, aber auch später noch, beim Glühendwerden verbreiten. Ueber die Behandlung derselben zu thunlichster Vermeidung dieses Geruches s. d.Art. Abschwärzen, Ofenlackre. Man hat sich natürlich viele Mühe gegeben, diese Nachtheile der eisernen Oefen zu vermeiden. In Abwehr gegen die stechende und trockene Hitze füllt man z. B. die Mantelöfen mit Wasser zwischen dem eigentlichen O. und dem Mantel od. konstruirt sie mit Blechmantel und oben aufzusetzendem Wasserbecken. Hierher gehören 6. die Mantelöfen mit Wasserbecken von Fiedler in Leipzig, welche eine Zeit lang sbibliotnek Heidelberg sehr beliebt waren; es sind eigentlich Cirkuliröfen Blechmantel. Bei weiteren Versuchen, um die sich be ders Dr. Wolpert, Dr. Meidinger etc. große Verdienste warben, entstanden u. a. folgende Arten: 7. Eiserne Eta öfen, ganz so konstruirt wie die thönernen Etagenö s. d. Art. Heizung IV. 2. Sie halten etwas länger we als die rheinischen Cirkuliröfen, müssen aber zu oft reinigt werden. — 8. Küllöfen von Hauff in Darmstt ein Windofen mit Blechmantel- und Füllmauersturz, nauer gesprochen ein Blechofen mit eingesetztem Feuertopf, s. in Fig. 2715 einen Durchschnitt in ½¼½% der natürlichen Größe. Die Deckel a u. bwerden bei Füllung abgenommen, ebenso e, welches in der Mitte ein Loch hat. Durch die Oeffnunged, welche mittels des Schiebers e regulirt werden kann, aber nie ganz schlossen werden darf, strömt die Luft zu, aber nicht di zum Rost, sondern um die Scheibe hherum. Diese Sche zwingt zugleich die Asche, nicht durch aus dem O. hera sondern blos in den ringförmigen Raum um dherum fallen; bei k und g liegt Sand, theils zur Dichtung ge den Rauch, theils zur Abhaltung der Abkühlung. Die 2 brennungsprodukte, also heiße Luft u. Rauch, gehen di die Oeffnung in e und nehmen dann den durch Pfeile zeichneten Weg über h weg nach meund ins Rauchri Der O muß ziemlich oft gekehrt werden. — 9. Jacobi Füllöfen. Cirkuliröfen mit eckigen auf⸗ und abgehen Zügen, oder auch eine Kombination des Etagensyste mit auf⸗ und abgehenden Zügen und mit Füllvorrichtr I81LIOTHEK komplizirter als die vorigen und zugleich auf gerichtet, sind die Füllöfen von Jacobi Herden, auf denen das Feuer abwech⸗
