FeedSymbolik
ReligionBrockhaus 1882

Symbolik (grch.) heißt Aiderir die Lehre von den religiösen Symbolen. In der Theologie wird der Ausdruck in zwei sehr vers chiedenen Bedeutungen ebraucht. Man versteht darunter zunächst die Darstellung und Erklärung der religiösen Sinnbilder, Zeichen und Gebräuche. Vgl. Piper, «Mythologie und S. der christl. Kunst o (2 Tle., Weim. 1847— 51). Wesentlich verschieden hiervon ist die gleichnamige histor.⸗theol. Wissenschaft, welche die Aufgabe hat, in das geschichtliche und theol. Verständnis der Symbolischen Bücher (s. d.) einzuführen und den Lehrbegriff derselben im Unterschiede von den Lehren anderer lirchlichen Gemeinschaften zu entwickeln. Dieselbe ging im 18. ie sch aus der ältern Polemik hervor und gestaltete sich zuerst zu einer rein geschichtlichen Disciplin, welche ohne Parteinahme nur den symbolischen Thatbestand feststellte. Sofern sie neben der Symbollehre der eigenen Kirche zugleich die der übrigen Kirchenparteien in Betracht zog, wurde sie komparative S. genannt. Da aber der eigentümliche Gedankenkreis einer bestimmten Kirche aus der einfachen Darstellung ihrer symbolisch gewordenen Lehren weder in seinen letzten Gründen, noch in seiner vollständigen Entwickelung erkannt werden kann, so hat sich die neuere Wissenschaft genötigt gesehen, einerseits hinter den symbolischen Thatbestand auf das eigentümliche Grundprinzip der betreffenden Kirche zurückzugehen, andererseits die Ausbildung des Lehrbegriffs auch über die Grenzen der symbolisch fixierten Artikel hinaus und mit Herbeiziehung der ältern dogmatischen Lehrdarstellungen zu verfolgen. Insbesondere ist neuerdings auf Veranlassung der Möhlerschen S. das Wesen des Protestantismus und sein Gegensatz zum Katholizismus, sowie innerhalb der evang. Kirche selbst, durch Schneckenburger, Zeller, Schweizer, Baur u. a. der Lehrunterschied der luth. und reform. Kirche zum Gegenstande der sorgfältigsten Forschungen gemacht worden. Vgl. Marheineke, «Christliche S.v (3 Bde., Heidelb. 1810—14); derselbe, Institutiones symbolicae (Berl. 1812; 3. Aufl. 1830); Winer, Komparative Darstellung des Lehrbegrisss der verschiedenen christl. Kirchenparteien o (Lpz. 1824; 4. Aufl., von Ewald, 1882); Köllner, 4«S. aller christl. Konfessioneno (2 Bde., Hamb. 1837-40); Möhler, Symboliks (Mainz 1832; 6. Aufl. 1844); Matthes, „Komparative S.» (Lpz. 1854); Rud. Hofmann, „Symbolike (Lpz. 1857); Oehler, Lehrbuch der S. v (Tüb. 1876); Scheele, «Theologische S. (Gotha 1881); Philippi, «Symboliko (Gütersloh 1883).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 400Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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