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PflanzenreichBau-Lexikon 1881

Palisanderholz, u., Paltrander-,auch Polisander⸗, Luft⸗, Violett⸗, Purpur⸗, Amaranthenholz, blaues Ebenholz. I. Im gewöhnlichen Gewerbsverkehr belegt man mit diesen Namen eine Menge Hölzer, die verschieden in Ansehen und Eigenschaften sind. Dahin gehören u. a. 1. das Königsholz, franz. bois violet, engl. violet-wood, braunviolett od.schwarzbraun mit hellröthlichen Längenstreifen, fein, dicht, hartu schwer, kommt aus Brasilien, von welchem Baum, ist uns noch unbekannt. (In Hertels „Bautischler“ steht spartii species.) Wird zu Tischler⸗ und Drechslerarbeiten verwendet. 2. Jacarandenholz (s. d.). 3. Purpurhotz (von copaifera rubiflora?), engl. purpled wood, mit feinen rothen Adern durchzogen. Gelbe u. schwarzbraune Stellen bezeugen geringere Qualität u. erhalten keine lebhafte Farbe durch die Politur. 4. Pockholz. 5. Rosenholz. 6. Bignonienholz. 7. Hornpalmholz. Wood, jacaranda-wood. Am meisten geschätzt wird dabei 1. das sehr feste Holz der Jacarandas brasiliensis Pers. (Fam. Bignoniaceae) in Brasilien. Es ist auch unter dem Zuckertannenholz im Handel bekannt. 2. Echtes P. kommt von dem südamerikanischen stumpfblätterigen Jacarandenbaum (J. obtusifolia H. et B., Fam. Bignoniasceae, Arbol Rosetto). Dieses Holz ist das bois de Pali-Rxandre der Franzosen, sieht blauröthlich aus, ist mit schwarzen Adern durchzogen und haucht eigenthümlichen, angenehmen Geruch aus. In den Handel gelangt es vorzüglich von Brasilien und Cayenne aus. 3. Das Holz von IJ. OValifolia R. Br. (von J. mimosaefolia, Don.), nach Anderen von der Dalbergia Machaerium, wird von den Engländern Rosewood (Rosenholz) genannt, während die von den Deutschen als Rosenholz bezeichneten Holzarten bei den Engländern „Tulipwood“ heißen. Nach Freire Allemab kommt das echte P. von Arten der brasilianischen Gattung Machaerium (3. B. von M. scleronylon das J. tin; von M. firmum das J. roxa; natürliche Fam. Hülsenfrüchtler). Eine Art P. stammt von einer Palmenspezies: Bactris setosaà Mart. in Venezuelo; es sieht schwarz aus „und dient zu Anfertigung kleinerer Geräthe. „Palissade, f.,frz.,engl. palisade, palisado, 1. f. Palis⸗ „sade. — 2. Pfahlzaun, Spalier. Palissade, k. franz. palis, lat. Cervolus longurius, Wehrbaum, Schanzpfahl, heißen oben u. unten zugespitzte Pfähle, meist 13—16 em. stark, 2,% —3 m. lang. Sie werden in Reihen, Palissaden, frz. palissade, engl. palisache, stoccade, ital. palizzata, als Annäherungshindernis angewendet; will man die Kehle eines Werkes, die Berme einer Escarpe u dgl. verpalissadiren, franz. palissader, engl. to palisade, so gräbt man die Pon reihenweise 0,60 bis 0, m. tief in die Erde und verbindet sie oben durch eine an die Rückseite genagelte Querlatte, unten in der Erde durch eine Schwelle, P.uschwelle, franz. liteau, engl. ribbon. Man bringt sie meist nur an solche Stellen, wo sie dem Kanonenfeuer nicht ausgesetzt sind; schräg an die Escarpe gestellt heißen sie Sturmpfähle, Fraisen; Palissa Mrungen, P.ulinien, P.nwert, frz. palissadement, s., Hles de palissades, engl. palisadings, sind entweder lang gestreckt als P.nreihen, frz. file de p., engl. row of P., oder bilden besondere geschlossene verschanzungen, P.nzwinger od. Cambour, frz. tambour en palangue, en palissade, engl. stockade-tambour, sie sind meist in Fleschenform angelegt und bekommen Schießscharten, innerlich ein Bankett. Noch unterscheidet man P.nkoffer, frz. caponiere en palis-Sades, palissade-caponnière, engl. palisade-caponier, Oreh.Pn u. Klapp.P.n, s. auch d. Art. Festungsbaukunst.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 493Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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