FeedYucayali
PflanzenreichBrockhaus 1882

Yucayali, s. Ucayali. Xucoa L., Palmenlilie, eine zur Familie der Liliaceen gehörige Pflanzengattung mit meist baumartigem, einfachem Stamm und auf der Spitze desselben mit einer palmenartigen dichtgedrängten Krone langer lineallanzettlicher, auch wohl grasartig schmaler, starrer und stechender Blätter, zwischen welchen sich mächtige Rispen weißlicher oder grünlich und purpurn angelaufener Blüten ersechs Die letztern sind ein kronenartiges, glockiges, echsblätteriges oder bis zur Basis sechsteiliges Perigon. Alle Arten dieser Gattung sind im trop. Amerika oder in den südl. Landstrichen der Vereinigten Staaten zu Hause. Sie gruppieren sich nach besondern Merkmalen der Blätter, die am Rande von kleinen Sägezähnen rauh oder mit fadenförmigen Anhängseln besetzt oder glatt sind, also keine Zähne und Fäden besitzen. Zu der letzten Gruppe ½ die imposanteste aller Arten, V. gloriosa L., im südl. Teile Nordamerikas zu Hause, mit einem bis 1½ mhohen Stamm, der eine Krone aus schmallanzettlichen, blaugrünen, steifen, aufrecht abstehenden, bis 60 em langen Blättern trägt, und vom Juli bis September mit einer pyramidalen Rispe weißer, außen purpurn angelaufener Blumen. Diese Art blüht, im Kübel unterhalten, in der Orangerie durchwintert und im Mai ins . gestellt, leicht und schön. Sie hält im südl. eutschland den Winter im Freien aus. Zu ihrem EIe erfordert sie kompakten, nahrhaften Boden. V. filamentosa L., die Virginische Palmenlilie, ist bloß ein Halbstrauch, dessen aufrechte, etwas zurückgebogene, schmale Blätter ringsum mit starken weißlichen oder bräunlichen, oft spiralig edrehten Fäden besetzt sind, den Resten des abgeösten Blattrandes. Diese Art bildet einen starken Busch, aus dem sich ein 80 em hoher Schaft mit rispigen Trauben I.mden& Blumen erhebt. Auch diese Art hält in milden Gegenden Deutschlands im freien Lande aus. Von den Arten mit sägezähnigen Blättern wird in Gewächshäusern am häufigsten X. aloifolia L. unterhalten, vorzugsweise zwei sehr schöne Spielarten derselben, deren steife, gerade, lineallanzettförmige, dicke Blätter die einen silberweiß, die andern rosaweiß bandiert sind. „Vnga bedeutet im Sanskrit ein Weltalter, deren vier (Krita, Treta, Dvapara und Kali) angenommen werden, welche in der Anschauung der Inder ungefähr dieselbe Rolle spielen, wie das goldene, silberne, eiserne und eherne Zeitalter bei den klassischen Völkern, ohne daß darum ein geschichtlicher Zusammenhangzwischen diesen Vorstellungskreisen, welche in Indien erst in späterer Zeit auftreten, anzunehmen wäre. Vgl. Roth, aliber den Mythus von den Menschengeschlechtern» (Tüb. 1860). unnau, s. Jün-nan. urumi, s. unter Ameisenfresser. verdon (deutsch Iferten, bei den Römern Eburodunum), Hauptstadt des gleichnamigen Be⸗ + (150 qkm, 15 790 E.) im schweiz. Kanton Waadt, liegt 437 müber dem Meere, 28 km nördlich von Lausanne bei der Mündung der Orbe loder Thiele) in den Neuenburgersee, an der Bahnlinie Lausanne-Y.⸗Neuchätel, von der hier die Linie Y. Payerne-Freiburg abzweigt, besitzt ein altes viertürmiges Schloß, das 1536—1798 Sitz der bernischen Landvögte war, 1805 — 25 die Erziehungsanstalt des berühmten Pädagogen Pestalozzi beherbergte und jetzt als Schulhaus (Progymnasium) und Bibliothek dient, eine reform. und eine kath. Kirche, ein Rathaus und zählt (1880) 5968 meist reform. C., deren Haupterwerbsquellen neben Feldbau, Kleingewerbe und Handel die Eisenindustrie und die Tabaksfabrikation sind. Ctwa 1 km südöstlich der Stadt liegt das Bad Y. mit alkalischer Schwefelquelle. Vgl. Crottet, Histoire et Annales de la ville dV.v (Genf 1859). Pvetot, Hauptstadt eines Arrondissements im franz. Depart. Seine-Inférieure, 38 Em im Nordwesten von Rauen Station der Linie Paris-Havre der Französischen Westbahn, ist der Sitz eines Tribunals — Instanz und zählt (1881) 8397 E., welche Feldbau, Baumwoll⸗ und Leinweberei, so- wie Handel mit Korn und Vieh treiben. Der Ort bildete mit einem kleinen Landgebiet lange Zeit ein souveränes Fürstentum, im Munde des Volks das Königreich von Ppetot genannt. Der Sage nach hatte der fränk. König Chlotar 537 seinen Lehnsmann Walter von Y. in der Kirche zu Soissons ermordet und, um den Zorn des Papstes, der ihn mit dem Bann bedrohte, zu sühnen, das Lehn von fränk. Oberherrschaft befreit und zum Erbkönigreich erhoben. Als letzter König von Y. wird Camille d'Albon genannt. Das Parlament sprach 1681 dem Ländchen die Souveränetät ab, erklärte es aber für ein freies Gut, dessen Herren 3. im griech. Alphabet der sechste, im lat., deutschen und allen abendländ. Alphabeten der letzte Buchstabe, wurde von den Griechen als Schriftzeichen aus dem phöniz. Alphabet herübergenommen. Das griech. Zeta bezeichnete ursprünglich die Lautverbindung dz (d. h. d mit dem franz 2); die Römer brauchten den Buchstaben nur in griech. Fremdworten. Die spätere und heutige griech. Aussprache ist die des franz. 2, und so wird in allen modernen Alphabeten außer dem deutschen, in dem romanischen, dem englischen und den slawischen 2 nur als sog. weiches s gebraucht. Das deutsche 2 dagegen bezeichnet die Lautverbindung ts. Die Verbindung tz bedeutet keinen andern Laut als das einfache 2; es wird nach kurzen Vokalen gebraucht. In mittelhochdeutschen Drucken bezeichnet eine etwas modifizierte Gestalt des Buchstaben 3 unser ß (ss), das wie 2 durch die hochdeutsche Lautverschiebung aus st hervorgegangen ist, vgl. mittelhochdeutsch grôz (gross), niederdeutsch grot. Als Abkürzung steht in röm. Inschriften Z für ½ As, für , As. In der Mathematik bezeichnet 2 meist wie X und y eine unbekannte Größe. Auf ältern franz. Münzen steht 2 für den Prägort Grenoble. Zaandam oder Zaardam (Saardam), großer Marktflecken der niederländ. Provinz Nordholland, an der Zaan, Station der Linien Amsterdam-Helder und Z.⸗Enkhuizen der Holländischen Eisenbahn. Der Ort besteht aus Ost- und Westzaandam, ist wie das benachbarte Broek (s. d.) durch die außerordentliche Reinlichkeit seiner Straßen berühmt und zählt 14000 E., unter denen sich viele reiche Kaufleute befinden. Die Bevölkerung unterhält gegen 40 Getreide⸗, an 60 Ol⸗ und 90 Holzschneidemühlen, sowie vier große Papierfabriken, mit deren Produkten ein ausgedehnter Handel getrieben wird. In Z. ließ sich 1697 Peter d. Gr. als einfacher Schiffszimmermann (Peter Michailow) einschreiben. Das Haus von zwei Kammern, wo er eine Woche verweilte, wird noch jetzt gezeigt und enthält eine von Kaiser Alexander I. 1814 eingemauerte Inschrift: Petro Magno Alexander.o In der Umgegend von Z. stehen an 400 Windmühlen. Zaar, s. Zar. sich Princes d'Vvetot schrieben und dessen Bewohner von Auflagen befreit waren, ein Zustand, der bis zur Revolution dauerte. Bekannt ist es besonders durch Berangers anmutiges Lied WLe roi d'Vvetot v. Pvorne, Pfarrdorf im Bezirk Aigle des schweiz. Kantons Waadt, liegt 450 m über dem Meere, 1½ kmtnördlich von der Station Aigle der Bahnlinie Lausanne-St.⸗Maurice auf der rechten Seite des Rhönethals, zählt (1880) 854 meist reform. E. und ist bekannt durch seinen Weinbau, welcher die geschätztesten Weißweine der Waadt (Clos du Rocher, Maison blanche, Clos du Moulin u. s. w.) liefert. Am 4. März 1584 wurde ein großer Teil des Dorfs durch einen Bergsturz zerstört, bei dem 122 Menschen umkamen. Bzabal, Dorf im Guatemala, s. Iza bal. Zabanzen, die Gegner des Kuruczenaufstandes unter Dozsa (s. d.) in Ungarn. abathai Sewi, soviel wie Sabbatai Zevi. abern im Elsaß, früher auch Elsaß-Zabern und franz. Saverne genannt, Hauptort des Kantons und Kreises gleichen Namens im elsaß-lo-Noerg Bezirk Unter-Elsaß, an der Zorn, am hein-Marnekanal, an der Eisenbahn Straßburg-Avricourt, von welcher hier die Zweigbahn nach Molsheim und Schlettstadt und diesenige nach Buchsweiler-Hagenau abgehen, 37 km nordwestlich von Straßburg, hat eine Kreisdirektion, ein Landgericht, ein Amtsgericht, ein Gymnasium, eine höhere Töchterschule, ein Hospital und ein Museum in der Umgegend gefundener röm. und anderer Altertümer und zählt (1885) 6936 E., die meist Land⸗ und Weinbau treiben, auch zwei Wagenfabriken, Schleifsteinfabriken, Bierbrauereien, Gerbereien und Stärkefabrik unterhalten; 2 km von Z. entfernt liegt die über 1000 Arbeiter beschäftigende Eisengerätfabrik Zornhof der Firma Goldenberg. — Z., Tres Tabernae der Römer, eine Station auf dem Römerwege, welcher von Argentoratum (Straßburg) nach Divodurum (Metz) führte, ist eine der ältesten deutschen Städte; angeblich 55 v. Chr. gegründet, gelangte sie 368 n. Chr. in die Hände der Alamannen, im 10. Jahrh. an die Bischöfe von Metz, später an diejenigen von Straßburg, welche lange Zeit hindurch hier ihre Residenz au schlugen. Im J. 1525 wurden die aufständischen Bauern bei Z. von Herzog Anton von Lothringen geschlagen und verloren dabei 18000 Mann. Die noch im 16. Jahrh. vorhandene Ringmauer mit 52 Türmen und 365 Zinnen ist längst verschwunden und seit 1696 sind alle Festungswerke geschleift. Das Schloß, 1666 aus roten Sandsteinquadern vom Bischof Egon von Fürstenberg erbaut, brannte 1779 ab, wurde aber von dem durch die Halsbandgeschichte bekannten Kardinal Louis von Rohan alsbald wieder erbaut; 1852 wurde es von Napoleon III. zum Stiftsgebäude für Witwen und Töchter von Mitgliedern der Ehrenlegion bestimmt; 1817 und 1818 diente es den österr. Occupationstruppen, seit 1871 der deutschen Garnison als Kaserne. Die kath. Kirche, roman. Stils, stammt aus dem 12. Jahrh. Über der Stadt erheben sich die umfangreichen Burgruinen Hoh-Barr, Klein- und Groß-Geroldseck, und nahe der Wallfahrtskapelle von St. Veit der Turm der alten Feste Greifenstein. Eine 1728-37 angelegte, 10 m breite und 4 km lange Straße, die Zaberner Stei 40 genannt, führt in vielen Krümmungen auf den Kamm der Vogesen, von wo sich der Elsaß wie ein herrlicher Garten darstellt. Der Paß von Z., der die nördl. Vogesen teilt. ist nur 380 m hoch. Vgl. Dagobert Fischer, „Geschichte der Stadt 3. (Zab. 1874). — Der Kreis Zabern zählt auf 1004 akm (1885) 86 558 E. abier, Sabier, christl. Sekte, s. Mandäer. abiras (Georgios), hervorragender griech. Gelehrter, geb. 28. Mai 1744 zu Siatista in Macedonien, studierte dort und in Deutschland Philologie und Philosophie. Später ließ er sich zu Budapest nieder, wo er 28. Aug. 1804 starb. Von seinen Schriften ist hervorzuheben die von der Universität O⁴ατρονν (Athen 1872), ein chronologisch geordnetes neugriechisches Gelehrtenlexikon.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 820Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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