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AllerleiBau-Lexikon 1881

Pyramide, f., frz. pyramide, f., engl. pyramid, vom gr. öopaple, wie sowohl der Scheiterhaufen hieß, als eine ähnlich gestaltete Kuchenart. 1. (Math.) geometrischer Körper, welcher entsteht, wenn durch einen Punkt (den Scheitel) außerhalb der Ebene einer ebenen, geradlinigen Figur und durch alle Seiten dieser Figur Verbindungsebenen gelegt werden. Die P. wird demnach von einer Reihe von Dreiecken begrenzt, deren Spitzen mit dem Scheitel zusammenfallen, während sie mit der Grundseite an jene ebene Figur, die sog. Basis od. Grundfläche, angrenzen. Man unterscheidet nach der Zahl dieser dreieckigen Seitenflächen daher dreiseitige, vierseitige etc. P.en. Ist die Grundfläche ein reguläres Polygon, so heißt die P gleichseitig. Ein vom Scheitel auf die Basis gefälltes Perpendikel heißt die Höhe; trifft diese bei regulärer Grundfläche im Mittelpunkt derselben auf, so heißt die P. gerade. Wenn die Grundfläche ein Dreieck ist, so wird die P. von vier Dreiecken begrenzt u. jedes derselben kann zur Basis gewahlt werden; die auf diese Weise entstehende wichtigste P., die dreiseitige, heißt wohl auch Tetrasder. Insbesondere versteht man jedoch unter diesem Namen die von vier gleichseitigen Dreiecken begrenzte P. welche zugleich unter die regultiren Körper gehört. Der Inhalt einer P. ist gleich 1½/3 Fh, wobei Fden Flächeninhalt der Basis, h die Hats bedeutet. Schneidet man durch eine parallel zur Basis geführte Schnittebene, deren Schnittfigur natürlich der Basis ähnlich ist, das obere Stück einer P. ab, so entsteht eine abgestumpfte P.; s. d. Art. Abgestutzt. Vgl. auch d. Art. Grundfläche, Hexaöder, Höhe, Gerade. — 2. Die P. kommt bes. als Grabmalform so- wie als Form für den Unterbau der Tempel in vielen Stilen vor, sim Art. Aegyptisch, Aztekisch, Morai, Olmekisch, Persisch. — 3. Piramis, f., wird auch das Ciborium genannt.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 583Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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