
Strohdach macht man lange Haufen von Dammerde, Erde aus Viehställen etc. u. begießt sie mit Urin; die ausschießenden Salze kratzt man ab, begießt sie mit Lauge aus Holzasche und bringt sie zum Auslaugen in die Salpeterhütten; hier stehen Kübel oder Butten auf dem Laugenstuhl, der terrassenartig ist; die Lauge läuft von einer Butte zur andern, bis sie gesättigt ist, wo sie dann Sod oder Sud heißt und in einem Kupferkessel abgedampft wird, welcher sich aus der darüber stehenden Träufelbutte immer wieder füllt; der Salpeter scheidet sich bei einem gewissen Konzentrationsgrad der Lauge als Mehl ab. Salsidonia, f., lat., s. v. w. ymatium, sima. Saltadero, m., span., Springbrunnen. Saltire, saltier, s., engl., lat. saltarium, Andreaskreuz; s auch Band II. 1. e.; saltarium auch s. v. w. Wegkreuz, Steiglitz. Salttöände und saltus, s. d. Art. Mäß. Salus Pythagorae, lat., Drudenfuß. Salutatorium, lat., Audienzzimmer, Empfangszimmer, auch Sakxistei; s. d. Art. Haus und Sakristei. Salva-robba, f. ital., Garderobe, auch Speisekammer. Salvaterra, f., lat., 1. Feierabendglocke. — 2. Befestigtes Kastell. Salz, n., frz. sel, m., engl. salt. 1. (Chem.) so heißt jede Vereinigung einer Säure mit einer Bafe, besonders die Verbindung elektropositiver Sauerstoffverbindungen mit elektronegativen. Bei Vereinigung dieser letztgenannten Verbindungen entstehen die sogen. Sauerstoffsalye, chemische Verbindungen, in welchen der eine Theil (die Base) aus einem Metall u. Sauerstoff, der andere Theil (die Säure) aus einem Metalloid und Sauerstoff besteht. Eine andere Art von Salzen bilden die sogen. Haloidsalze; sie bestehen aus einent Metall und einem Halogen oder Salzbilder; Chlor, Brom, Jod, Fluor und mehrere zusammengesetzte Körper, wie Cyan, Rhodan etc., gehören zu den Halogenen. Das gewöhnliche Kochsalz (s. unter 2.) ist ein Haloidsalz. Kalisalpeter, Kalksalpeter, Gips, Potasche, Soda u. v. a. sind Sauerstoffsalze. Verbinden sich zwei S.emit einander, so bezeichnet man das neu entstehende S. als Boppelsalz; ein Beispiel bildet der Alaun, eine Verbindung von schwefelsaurem Kali mit schwefelsaurer Thonerde. Enthält ein S. Base und Säure gerade in solchem Verhältnis, daß beide einander neutralisiren, so heißt das S. neutral. Treten die Eigenschaften der Säure mehr in den Vordergrund, so heißt das S. sauer; waltet endlich bei einem S. die Base vor, so heißt das S. basisch. Die meisten S.e können krystallisiren; es giebt aber auch amorphe S.e. Viele S.e sind trocken, andere, wie die Potasche, Chlorcalcium rc, sind zerfließlich, d. h. sie ziehen aus der Luft Feuchtigkeit an und bilden allmählich eine dickliche Flüssigkeit; wieder andere, wie Soda, Borax etc., verwittern, d. h. sie verlieren an der Luft Wasser u. zerfallen nach und nach zu Pulver. Die Löslichkeit der S.e im Wasfer ist sehr verschieden; in heißem Wasser sind die See löslicher als in kaltem; eine heiße, gesättigte Salzlösung setzt gewöhnlich beim Abkühlen Krystalle ab; man erhält hierdurch ein Mittel, Salze in schönen Krystallen darzustellen und von fremden Bei-Kochsalz, in der Regel „Salz“ genannt, ist Chlornatrium. Ueber seine Gewinnung s. d. Art. Salzwerk. In der Technik wird das Kochsalzzu Darstellung der Soda, der Salzsäure, in der Seifensiederei und Glasfabrikation, ferner auch zur Glasur der aus gebranntem Thon gefertigten Arbeiten gebraucht, sowie zu Vertilgung des Hausschwamms. Salzbilder, m., Halogen, n., franz. base f. saliflable (Chem.), Körper, welche die Fähigkeit haben, mit Metallen Verbindungen zu bilden, welche den Sauerstoffsalzen ähnlich sind; s. d. Art. Salz 1.; vgl. auch d. Art. Haloide. Salzblume, f. (Salzw.), an den Wänden der Bergbaugruben, sowie an Wänden u. Fenstern in den Salzkothen und Trockenkammern sich anlegender Beschlag von Salzkrystallchen, in Gestalt feiner Häre od. kleiner Sternchen. Halzerde, f., 1. (Bergb.) jede Erdart, welche Kochsalz, Alaun, Vitriol od. Salpeter enthält. — 2. Ein in Steinsalzgruben gefundenes Mineral, welches sehr viel erdige Theile hat. — 3. s. v. w. Bittersalzerde. — 4. s. v. w. mit Düngesalz vermischte Erde. Salzfluß, m. (Hütt.), s. v. w. Fluß 4.; s. auch Flußmittel. Salzgestein, n. (Min.), Gesteine, deren Hauptmasse aus einem salzig schmeckenden, löslichen Salz besteht, oder die ein solches als wesentlichen Gemengtheil enthalten. Salzkupfererz, n. (Hütt.), s. v. w. Atakamit (s. d.). Salzmagazin, Salihaus, n., 1. s. unter Salzwerk. — 2. Magazin zu Aufbewahrung und Verkauf des Salzes; muß trocken und kühl sein; s. übr. d. Art. Magazin. Salzmarmor, m. (Miner.),kleingeflekter Marmor, mit weißem Glimmer, in Gestalt der Salzkörner durchsetzt. Halzsäure, f., frz. acide m. chlorhydrique, muriatique, engl. muriatie aeid, Chlorwasserstofffäure, gesättigte Auflösung von Chlorwasserstoffgas in Wasser. Die gewöhnliche S. hat 1, spez. Gew., ist eine farblose, ätzende, an der Luft rauchende Flüssigkeit; siedet bei — 1107; konzentrirte Schwefelsäure entwickelt daraus Chlorwasserstoffgas. Das Königswasser bildet sie, mit Salpetersäure gemischt. Durch Zersetzung eines Chlormetalls mit Schwefelsäure u. Wasser erhält man sie als Gas. Man gewinnt sie als Nebenprodukt aus Kochsalz u. Schwefelsäurehydrat, bei Gelegenheit der Sodafabrikation. Wenn man Kochsalz ö mit Schwefelsäure und Wasser erhitzt, so wird Wasser zersetzt; es verbindet sich der Sauerstoff desselben mit dem Natrium zu Natron und dies bleibt als schwefelsaures Natron oder Glaubersalz mit Schwefelsäure verbunden zurück, während das Chlor sich zu Chlorwasserstoff mit dem Wasserstoff vereinigt und entweicht; bringt man S. mit Metalloxyd zusammen, so bilden sich Chlormetall und Wasser; die Chlormetalle lösen sich alle in Wasser, mit Ausnahme des Chlorsilbers und Quecksilberchlorürs; das Chlorblei löst sich schwierig; s. d. Art. Bleioxyd . Verwendet wird die S. unter Anderem zu Befseitigung des Hausschwamms (s. d.). — Halzsaures Bieiseyd (Miner.), s. v. w. Bleihornerz; s. d. Art. Bleioxyd. Salzschmant, m. (Salzw.), beim Sieden der Sohle entstandener Schaum, als Düngesalz benutzbar. Salzspindel, Salzwäge, k., s. Aräometer u. Halometer. Salzstein, Salischöpf, Salzscheep, m. (Miner.), I. die der Salzsole beigemischte Kalkerde, die sichim Sieden in Gestalt eines Steines an die Pfannen legt, auch Pfannenftein genannt; s. d. Art. Kesselstein. — 2.s. d. Art. Düngesalz. — 3. s. v. w. Salzmarmor. Thon, durch die ganze Masse mit Salztheilen gemengt; zerfällt bei dauernder Lufteinwirkung nach u. nach gänzlich, ist mehr od weniger fett anzufühlen u. zähe; hat feinerdigen Bruch, matten Glanz, ist grau ins Weißliche und Schwärzliche; s. d. Art. Lagerung k. Balzmerk, n., Haline, f., frz. saline, saunerie, f., engl. salt-Work, saltern, Anstaltzu Gewinnung des Kochsalzes. A. Steinsalzwerk, Salzbergwerk, frz mine de sel, engl.saltiglit / mothes 188456d4/0104 selnd mit Gips, Thon etc.,theils durch letztere verunreinigt, theils in krystallhellen Salzscheiben. Die Gewinnung d geschieht entweder durch Bergbau in Strecken, Stroßen 2e., oder durch Sinkwerke, indem die Kammern unter Wasser gesetzt werden, welches das anstoßende Steinfalz auflöst, worauf die so entstehende Söle ausgepumpt wird. Eine andere Gewinnungsart des Steinsalzes besteht darin, daß man Bohrlöcher abteuft und eine Druckpumpe einführt, neben welcher Wasser hinabgelassen und als Söle wieder heraufgepumpt wird; s. übr. d. Art. Dophirhaus. B. Setsalzwerk, Salzgarten, frz. marais salant, engl. saltmarsh, sea-salt-Work. An einer flachen Küste, deren Boden aus wasserdichten Thonschichten besteht, möglichst weit von der Mündung von Bächen und Flüssen, in einer sonnigen Lage, legt man Bassins an; . Fig. 3059. Das Meer liegt hier rechts. Der Kanal im Vordergrund, das Auswerk, führt das Wasser nach dem Sammelbassin; er ist 5, — 9 m. breit und durch eine Schleuse, die Auswerkschleuse, die die Flut öffnet, während der Ebbe geschlossen. Von hier geht das Wasser in das 13 —2 m. tiefe, mit Thon ausgeschlagene Klärbassin (hier nicht mit dargestellt), wo sich Sand, Muscheln rc, ablagern. Kanälchen, SISLIortiEK HEIDELBERG zassins liegen, leiten das Wasser nur während der Flut in die Anreicherungsbassins, die 1,½% — 1, un. tief sind; der unregelmäßig geformte Teich auf unserm Bild ist ein Fig 3060. solches. Hier scheidet sich Gips als Pulver am Boden ab; die Söle wird durch die Sonne, Luft etc. konzentrirt; sobald sie etwa 27prozentig geworden ist, schöpft man sie in die zu Beeten abgetheilten Krystallisationsbassins, campi, Felder, Beete, über. Diese liegen 55—60 m. über den Anreicherungsbassins, sind 28—45 em. tief u. mit einander durch Kanälchen mit Schützen verbunden. Die Sonne verdunstet täglich 13—15 em. Wasserstand, nach 3.—6 Monaten sind die Bassins bis zum Rand mit Salzkrystallen angefüllt, die mit dem Beil herausgehauen u. in kegelförmige Haufen gebracht werden, welche man wohlbedeckt ein Jahr liegen läßt, damit die Bittersalzmutterlaugen ablaufen. sOurce, engl. brine-saltwork. In diesen gewinnt man das Kochsalz aus dem Salzwasser, der Söle, welche entweder als Quelle zu Tage läuft od. durch Brunnen, Salzbrunnen, im Brunnenhaus gehoben wird. Die Betreibung der Brunnenkunst geschieht durch Dampfmaschinen od. Wasserräder; oft ist dann eine Stangenkunst nöthig, wenn in einiger Entfernung das Wasserrad angebracht werden muß. Gewöhnlich versieht man das Brunnenhaus mit einem Thurm, wenn die Söle gradirt werden soll. Die Söle hat nämlich meist nur 2—10/ Salzgehalt; man konzentrirt od. gradirt sie deshalb auf verschiedene Manier: a) man setzt sie in großen Behältern der Wärme aus; b) man läßt sie langhin über große, schiefliegende, der Luft und Sonnenwärme ausgesetzte Flächen hinfließen (Pritschengradirung od. Dachgradirung); e) man läßt sie herabträufeln aus etwa 8½ —11 m. hoch gestellten Behältern, durch gehörig dazu eingerichtete, und der frei durchgehenden Luft ausgesetzte Wände, Fig. 3060, die sogen. Gradirwerke, deren durch Dornsäulen und durch die auf Dornlatten (Rähmen) liegenden Balken, Dornlager, gebildete Gefache mit Dornwasen aus Schlehbuschholz ausgefüllt werden. Der ganze Bau heißt Gradirhans, Leckhaus, Leckwerk. Die Sole wird in ein Behältnis im obern Raum des Thurmes gehoben und von da auf das nächste Gradirhaus geleitet. An die Dornen hängt sich Gips, Kalk, Eisen etc. als Dornstein an, der durch Verbrennen der Dornen als Dornasche gewonnen wird. Die durch einod. mehrfaches Hindurchfallen gereinigte u. zugleich kongentrirte, gradirte Söle sammelt sich in dem Bassin K. Man siedet nun die Sole, wenn sie von Natur stark genug, od., durch Gradirung hinlänglich verstärkt, ausgereichert worden ist, in dem Siedehaus (Salzkothe, Halles, Sode). Dies besteht aus zwei Theilen: a) Pfannenhaus; hier steht der Ofen oder Feuerherd, in Form eines langen Vierecks meistens in der Erde aufgeführt, so daß die aus starkem Eisenblech genietete, 20—30 m. lange, 5⅛—7 m. breite, 35 — 46 em. hohe, über dem Herd stehende Pfanne mit dem Fußboden gleich steht. Unter dem Schürloch in der vordern Seite des Ofens liegt ein Rost von Eisenstäben und unter diesem das Aschenloch; durch gemauerte Zungen ist der Ofen in Züge getheilt; der Rauchkanal wird aus der Ofenrückseite durc die Trockenstube geleitet. Die Pfanne ist mit einem Schwadenfang für den Salzbrodem bedeckt. Gut ist es, zwei Pfannen zu haben, eine Gradirpfanne zum Einkochen, Stören u. zum Reinigen der Söle durch Schäumen, u. eine Sogg-oder Sockpfanne, zum eigentlichen Sieden. b) Crockenstube, Arockenzammer; an beiden Enden, wohl auch in der Mitte derselben, befinden sich Oefen, Salzirocen. öfen, aus Bleitafeln konstruirt und verbunden durch Blechröhren, u. durch diese Oefen u. Röhren zieht der Rauch in den Schornstein. Der Länge nach gehen durch die Kammer mehrere hölzerne Gestelle oder Horden, zum darauf Ausbreiten des Salzes. Meist sind die Umfassungswände von Fachwerk u. mit starken Bretern verschalt. c) Nach vollständigem Trocknen bringt mandas Salz in die (gewöhnlich auf dem Boden über dem Pfannenhaus angebrachten) Salzmagazine. d) Satzluben, verdeckte Sölenbehälter, müssen sich auch bei einem S. befinden, da nicht zu jeder Jahreszeit gradirt werden kann, u. zwar Brunnensölenbehälter, zum Aufbewahren der Brunnensole, und Siedsolenbehälter für gradirte Sole. Man legt diese Behälter entweder über oder in der Erde an, beschlügt Boden und Wände mit starlen Bretern, hinter denen man im ersteren Fall einen Damm aufwirft, in letzteren Letten einstößt; um die Brunnensole bequem durch Rohre auf die Gradirhäuser und in die Pfannenhäuser zu leiten, legt man die Behälter möglichft hoch. Sambuens racemosus, m., lat. (Bot.), Bergholder; . Riger, schwarzer Flieder, Baumholder; s. vulgaris, Lilac; s. d. Art. Flieder und Hollunder.
