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BaukunstBau-Lexikon 1881
Fig. 3071. Grabmoschee des Kait-Bey in Kairo
Fig. 3071. Grabmoschee des Kait-Bey in Kairo

Säulchen, Pilastern etc. benutzt; seit dem Jahr 400 wurden häufig die Felder ohne architektonische Gliederung einfach neben einander gesetzt; in der Longobardenzeit u. Karolingerzeit beginnt wieder eine architektonische Gestaltung, u. im Mittelalter erscheinen die Seiten der S.e vollständig architektonisch gegliedert; entweder sind sie in Felder getheilt oder durch Säulchen und Bogen etc. in Abtheilungen getrennt, welche einzeln mit Inschriften, Ornamenten od.plastischen Darstellungen ausgefüllt sind. Statt der Säulchen treten dann wohl auch Strebepfeiler, Engel, Karyatiden od. dergl. auf. Was die Deckel der See betrifft, so sind dieselben schon bei den Römern häufig als Ruhebett für eine halb liegende, seitwärts baur gewendete Figur gestaltet. Im Mittelalter wird es dann wird fast typisch eine Porträtfigur des Verstorbenen, liegend auf führ dem Sarkophagdeckel, darzustellen. Bei den Normannen ins zeigt sich eine Abweichung insofern, als der Kasten meist nicht die Gestalt eines Trogs, einer Mulde hat, welche auf zwei Füßen wie auf einem Bockgerüste ruht. In derRenaissance⸗ sa zeit behielt man die mittelalterlichen Motive bei und de⸗ sami Fig. 3071. Grabmoschee des Kait-Bey in Kairo (1463 ff.). korirte sie mit antikisirenden Formen, in der Zopfzeit je-zeig! doch versuchte man vielfach, die an sich höchst unschöne der Form eines modernen Sarges künstlerisch auszubilden, tigt, was zu den unglücklichsten Resultaten führte.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 104Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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