Kaltstein, ein Gestein, welches aus kohlensaurem Kalk besteht, der hier in der Regel als Kalkspat ausgebildet ist. Nach den makroskopischen Strukturverhältnissen unterscheidet man: körnigen, dichten und oolithischen K. Der körnige K. (Narmor zum Teil), ein deutliches Aggregat von Kaltspatindividuen, bald grobkörnig, bald feinkörnig, am häufigsten von weißlichen Farben, bisweilen reich an eingewachsenen accessorischen Gemengteilen (z. B. Granat, Vesuvian, Spinell, Glimmer, Serpentin Hornblende, Epidot, Apatit, Graphit u. s. w.), bildet vorwiegend Einlagerungen in den alten krystallinischen Schiefern, den Gneisen und Glimmerschiefern, doch sind gerade einige der berühmtesten Vorkommnisse (Carrara, Umgegend von Athen) aller Wahrscheinlichkeit nach jüngern geolog. Alters. Dichter K., die gewöhnlichste Abart, erscheint dem bloßen Auge gegenüber ganz homogen, erweist aber unter dem Mikroskop ebenfalls deutlich seine Zusammensetzung aus krystallinischen Kalkspatkörnchen. Die Farben sind sehr verschieden, namentlich waltet Grau in allen Tönen vor. Chemisch ist diese Varietät nie so reine kohlensaure Kalkerde, wie die körnige, fast immer ist kohlensaure Magnesia (die daran reichern heißen dolomitische K.), Eisenoxyd, Thonerde, Kieselsäure, organische Substanz zugegen. Diese dichten K. sind oft sehr reich an fossilen Organismenresten, Muscheln, Schnecken, Korallen u. s. w., dagegen an accessorischen Gemengteilen in der Regel äußerst arm. Ihre Schichten nehmen einen wesentlichen Anteil an dem Aufbau sämtlicher geolog. Formationen, von den ältesten bis zu den jüngsten. Zu ihnen gehört auch der Kieselkalk, Mergelkalk, Grobkalk, Flaserkalk, Stückkalk. Oolithischer K. besteht vorwiegend aus rundlichen Kalkkörnern von dichtem, konzentrisch-schaligem, oft auch radialfaserigem Gefüge (Rogenstein, Erbsenstein) und ist namentlich verbreitet in der Formation des Buntsandsteins und des Jura. Auch die Kreide (s. d.) ist nur ein K.