FeedKamm (frz. peigne, engl. comb)
Sitten & ModeBrockhaus 1882

Kamm (frz. peigne, engl. comb), im eigentlichsten und gewohulichtten Sinne das Gerät, welches zum Reinigen und Ordnen des Haupt⸗ und Barthaars dient (Haarkamm) und aus Horn, Schildpatt, Elfenbein, seltener aus Holz oder Metall, neuerlich sehr häufig aus hornisirtem Kautschuk (Hartgummi) vom Kammmacher oder in Kammfabriken verfertigt wird. Über die Herstellung desselben s. unter Kammfabrikation. Im Maschinenbau werden die Zähne hölzerner Räder (Kammräder), sowie die in eiserne Räder besonders eingesetzten hölzernen Zähne als Kämme (frz. alluchon, engl. cog) bezeichnet; auch bedeutet hier K. soviel wie Well-oder Hebedaumen. (S. Daumen.) Eine verwandte Bedeutung hat das Wort bei den Zimmerleuten, welche mit Kamm oder Verkäm mung eine Art der Holzverbindung durch Ineinandergreifen von Erhöhungen und Vertie—⸗ fungen bezeichnen. Bei den Krempelmaschinen oder Kratzen heißt Kamm oder Hacker eine sehr schnell auf und nieder gehendegezahnte Stahlschiene zum Abnehmen des Vlieses. Der in der Wollspinnerei zur Absonderung der kurzen und Parallellegung der langen Fasern gebräuchliche K. (Wollkamm) wirkt durch lange stählerne Nadeln, die reihenweise an einem Querstück befestigt sind und mittels eines hölzernen Stiels gehandhabt werden. In der Weberei ist Kamm oder Blatt ein Teil des Webstuhls, aus einem langen, schmalen Rahmen bestehend, in welchen der Querrichtung nach zahlreiche sehr glatte Stäbe aus Rohr, Messing oder Stahl eingesetzt sind, welche die hindurchgehenden Kettenfäden gleichmäßig verteilt erhalten und zugleich beim Weben die Schußfäden aneinander schlaen. über die Herstellung dieser Vorrichtung s. Blattbinder. — In der Böttcherei ist RKamm soviel wie Kröseeisen (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 52Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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