Kaplan (capellanus), ursprünglich ein an einer Kapelle angestellter Geistlicher. Der Name kommt entweder von capsella, dem Behälter, in welchem die Gebeine der Märtyrer aufbewahrt wurden, auf deren Gräbern vorzugsweise Bethäuser errichtet wurden, oder von cappa, einem Kleidungsstücke des heil. Martin, wonach man den Ort benannte, an welchem die fränk. Könige in ihren Palästen die Heiligenreliquien aufbewahrten. Die an diesen angestellten Geistlichen hießen capellani und waren lange Zeit die Pflanzschulen für die deutschen Bistumskandidaten und die diplomatischen und Staatsbeamten des deutschen Königs. Jetzt werden K. genannt: 1) die Gehilfen des Pfarrers in der Seelsorge (einfache K.); 2) Geistliche mit ständigem, eigenem Seelsorgeramt (Kuratkaplane); 3) Geistliche an Privatkapellen, öffentlichen Anstalten u. s. w.