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ErdkundeBrockhaus 1882

Kappel, Pfarrdorf im Bezirk Affoltern des schweiz. Kantons Zürich, liegt 576 m über dem Meere, 16 km südlich von Zürich, 7 km nördlich von Zug an der die beiden Städte verbindenden Straße über den Albis (s. d.) und zählt (1880) 819 meist reform. E. Der Ort verdankt seine Entstehung der 1185 gestifteten, 1524 aufgehobenen Cistercienserabtei gleichen Namens, deren Kirche, ein schöner frühgotischer Bau aus dem Ende des 13. Jahrh., jetzt als Pfarrkirche dient, während in den andern Klostergebäuden eine Korrektionsanstalt untergebracht ist. Geschichtlich ist K. bekannt durch die beiden Kappeler Kriege 1529 und 1531 zwischen den reform. und den kath. Orten der Schweiz, von denen der erste ohne Schwertstreich durch den sog. ersten Landfrieden zu Gunsten der Reformierten, der zweite jedoch infolge der Niederlage der Züricher in der Schlacht von K. (11. Okt.) durch den den Katholiken günstigen zweiten Landfrieden (20. und 24. Nov.) beendigt wurde. Dem Reformator Zwingli, der in der Schlacht den Heldentod starb, wurde hier 1838 ein Denkmal errichtet. Ein anderes Kappel, Hauptort des Bezirks Obertoggenburg im schweiz. Kanton St. Gallen, liegt 634 m über dem Meere, im yrn ar. an der Thur und an der Linie St. Gallen-Wyl-Ebnat Das stattliche Dorf, 1854 durch Feuer fast ganz zerstört, zählt (1880) 2279 meist reform. E., deren Hauptbeschäftigungen Baumwollindustrie, Handel und Landwirtschaft sind.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 91Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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