FeedKapweine
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Kapweine heißen die in den Handel gelangenden edlern Erzeugnisse des nicht unbedeutenden Weinbaues am Vorgebirge der Guten Hoffnung, welcher 1660 durch franz. Hugenotten daselbst eingeführt, durch die holländ. Gouverneure van Riebeek und van der Stell aber wesentlich gehoben worden ist. Die berühmtesten K. sind die Constantia, erzeugt auf einem Areal von ungefähr 120 ha der drei Constantia-Farmen; sie sind rote und weiße Liqueurweine erster und zweiter Klasse, von köstlichem Gewürz, großer Süßigkeit und entsprechendem Stert dert Den Constantiaweinen am nächsten steht der Rota aus Stellenbosch, ein roter Muskatwein, und der Witteboom, ein trockener Weißwein von dem gleichnamigen Gute. Unter den Gebrauchsweinen steht der Kap-Frontignac obenan, er ist nach Weise der Bordeaurweine gemacht. Von leichtern trockenen Weißweinen produziert das Thal von Drakenstein, besonders das Dorf Paarl, Stellenbosch, Wellington u. s. w., die bessern, aus eingeführten Rieslingreben bereiteten Sorten; sie werden gewöhnlich Cape Hocko, d. i. Kap-Rheinweine, benannt. Kap Sherry ist ein sehr gewöhnlicher leichter Wein. Im Handel unterscheidet man die edeln Produkte als Kapweined, während die leichtern, die sich durch Säurefreiheit auszeichnen, Südafrikanische Weinex heißen. Das einzige größere Absatzgebiet ist Großbritannien, doch ist die Vorliebe für K. geringer geworden, da sie durch viele europ. Sorten weit übertroffen werden. Die Gesamtweinproduktion des Kaplandes wird auf jährlich 24000 Pipen (3 415,81) im Werte von 380000 Pfd. St. veranschlagt. Die Ausfuhr nach Großbritannien ist seit 1859 von 1099000 Gallonen (à 3,78 )) auf (1883) 120000 Gallonen im Werte von 25000 Pfd. St. zurückgegangen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 95Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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