Karät (frz. karat, carat, ital. carato, span. und portug. quilate, zunächst aus dem arab. kirät, das wiederum aus dem griech. keration, Hülsenfrucht, Same des Johannisbrotes, stammt) hieß vor Einführung des metrischen decimalen Gewichtssystems in den bezüglichen Ländern der 24. Teil der Gewichtseinheit bei der Feinheitsbestimmung des Goldes. (S. unter Probiergewicht.) Noch jetzt bildet das K. fast allgemein die Einheit des Juwelengewichts, nach welchem Diamanten und andere Edelsteine, zum Teil auch Perlen abgewogen werden. Man teilt das K. in diesem Falle entweder in reinen Halbierungen bis auf ½% Oder zunächst in 4 Grän, welche bis auf fortgesetzt halbiert werden. Das K. ist nicht überall gleich schwer; am verbreitetsten sind das holländ. Juwelenkarat = 20,5894, das englische = 20,5304, das französische = 20,5500, das preußische = 20,5537 und das österreichische 20,6103 eg. Bei dem franz. Juwelengewicht bilden 144 K. eine Unze (once). Seit 1872 soll in ganz Deutschland und seit 1876 in Ssterreich-Ungarn das allgemeine metrische Gewicht gesetzlich auch Juwelengewicht sein, wie dies längst in den Niederlanden der Fall ist, während man sich thatsächlich in Deutschland immer noch des K. bedient, welches in Frankreich gesetzlich vorgeschrieben ist. Karategin, Gebirgslandschaft in Centralasien, im Chanat Bokhara, liegt am Westabhange des ostasiat. Hochlandes zwischen 38 und 39 45 nördl. Br., 88 und 90“ östl. L. von Ferro. Im Norden K.s befindet sich die hohe Sarafschankette, welche dem riesigen Alai-Tag, einem südwestl. Ast des Thianschan parallel von O. nach W. läuft und von letztern durch das Thal Sarafschan getrennt wird; im O. und S. heit sich das Pamirplateau oder das Dach der Welt, während im W. ein Gebirgswall sie von der Nachbarlandschaft Hissar trennt. Bewässert wird K. durch den Surghab, der von dem Pamirplateau kommt und sich in den Amu-Darja ergießt; er durchbricht das Gebirge, welches K. im W. abschließt, und dieser Durchbruch ist der einzige Zugang nach K. von W. her. Die Bevölkerung ist türk.⸗tatar. Stammes und nomadisiert mit ihren Herden; in den tiefer gelegenen Teilen kann jedoch schon Ackerbau und Seidenzucht getrieben werden; übrigens ist das Land bis jetzt nur sehr wenig bekannt. K. ist die östlichste Landschaft des Chanats Bokhara, zu dem es seit 1877 gehört; die wichtigsten Orte sind: Mainak, Kula-lab und Karamak.