Karavelle, Krawelle oder Kraweele nannte man im 15. und 16. Jahrh. die größern Schiffe, deren äußere Planken nicht, wie dies früher allgemein gebräuchlich war, übereinander griffen, sondern mit ihren Kanten stumpf gegeneinander stießen, sodaß die Seiten des Schiffs eine glatte Fläche bildeten. Diese Bauart, bei der die entstehenden Nähte kalfatert (s. d.) wurden, machte die Schiffe sicher gegen Seeschlag. Das übereinandergreifen der Planken nannte manklinkergebaut, und man wendet es jetzt noch vielfach bei Kähnen und Booten an. Die Planken werden dann nicht nur auf den Spanten (Rippen) festgenagelt, sondern, wo sie übereinandergreifen, auch durch Nieten miteinander verbunden und dadurch wasserdicht gemacht.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 101Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei