Karen, Karin, Katschin, hinterind. Volksstamm, der seinen Wohnsitz im nördl. Birma, an der Westgrenze der chines. Provinz Jün-nan und in den zum Quellgebiet des Jrawadi gehörenden Gebirgsthälern hat. Die K., in Pegu Kadun genannt, haben eine Art Naturkultus. Ihre Anzahl wird auf 400 — 450000 geschätzt. Obgleich ihr Gebiet westlich an die brit.⸗ind. Provinz Assam, südlich an das Königreich Birma grenzt, sind sie bis jetzt noch politisch unabhängig geblieben. In ihrer physischen Erscheinung zeigen sie einige übereinstimmung mit den Birmanen, noch größere aber mit den Bewohnern von Jün-nan. Ihre Sprache, den monosyllabischen angehörend, hat einige Ahnlichkeiten mit der birmanischen, ist aber noch wenig bekannt. Man hält die K. für überreste der Urbevölkerung von Birma, namentlich seines nördlichern Teils, welche wahrscheinlich mit der des südwestl. China identisch war. Schon Marco Polo erwähnt unter dem Namen Karaian eines besondern, früher unabhängigen Gebiets im südwestl. Jün-nan.