FeedKaschgar
ErdkundeBrockhaus 1882

Kaschgar, Hauptstadt der chines. Provinz Ostturkestan (auch Kaschgarien oder Dschiti-Dschaschar genannt). Das Gebiet, 1118 713 akm groß, reicht im S. bis an das Kuen-lün⸗, im N. bis an das Thian-schan-Gebirge, im W. bis zum Hochlande Pamir und dem Bolor-Tagh, nach O. in die Wüste Gobi hinein, bis an den Lob-Noor, in den sich der Hauptstrom des Landes, der Tarim, ergießt. Bei dieser weiten Ausdehnung ist die auf 580000 geschätzte Einwohnerzahl eine sehr geringe. Die Stadt K., die westlichste Stadt des Chinesischen Reichs, 270 km im Nordwesten von Jarkend (s. d.), der zweitgrößten Stadt des Landes, liegt in einer korn⸗ und fruchtreichen Gegend an dem Tarimquellfluß Kysyl-Ssu, oberhalb der Einmündung des ission des Barons Kaulbars 1872 mit dem Abschluß eines Handelsvertrags endete, welcher K. in eine Art Vasallenverhältnis zu dem mächtigen Nachbarn brachte. Auch die Engländer schlossen 1873 mit K. einen Handelsvertrag ab. Allein in China hatte man den Verlust der Provinz nicht verschmerzt, man betrachtete daselbst aschgarien nur als ein aufständisches Land und beschloß die Wiederunterwerfung, welche auch im J. 1879 erfolgte. Seitdem ist K. wie ehemals eine chines. 96i

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 163Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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