Karnebl nennt man die blut⸗ bis fleischroten, rötlichbraunen, rötlichweißen, selten milchweißen Varietäten des Chalcedon (s. d.). Durch Glühen wird das Rot intensiver, weil das färbende Eisenrν dabei in Eisenoxyd übergeht. Der K. findet sich besonders in Arabien, Japan, Sibirien, Siebenbürgen, Sachsen, bei Oberstein an der Nahe als stumpfeckige Stücke, unvollkommene Kugeln, Geschiebe und Ausfüllung der Blasenräume im Mandelstein; er wird zu Petschaften, Ringsteinen etc. geschliffen, besonders in Oberstein. Die schönsten K. kommen aus dem Orient, minder schöne aus dem Schuttlande der deutschen Ebene.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 143Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei