FeedKuldscha
ErdkundeBrockhaus 1882

Kuldscha, chines. Gebiet in der Dsongarei (s. d.), vom Ili (s. d.) durchflossen, im N. von dem Gebirge Irencha-birga, im S. vom Thian-schan begrenzt, zählt auf 59925 qkm etwa 70000 C., meist Tarantschen, Turguten, Kalmücken, Kirgisen, Mandschus, Sarten, Dunganen und Chinesen, die Viehzucht und etwas Ackerbau treiben. Der ehemals lebhafte Handel mit Kaschgar und China liegt jetzt danieder. K. gehörte schon früher den Chinesen, denen es durch einen Aufstand 1864—66 entrissen wurde. Seitdem kämpften die Dunganen und Tarantschi um die Herrschaft, bis die Russen Juni 1871 in das Land einrückten und 4. Juli die Hauptstadt K., früher Ili (s. d.), besetzten. Nach dem russ.⸗chines. Grenzvertrag, geschlossen zu Petersburg 24. Febr., ratifiziert 16. Aug. 1881, wurde Kuldscha oder das Ili-Gebiet, welches seit 1871 von den russ. Truppen besetzt war, wieder an China zurückgegeben. Nur der westl. Teil des Gebietes, von nur 11288 qkm, aber ebenfalls mit 70000 E., verblieb den Russen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 658Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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