Katallaktik (von ατονναν, Tausch), Lehre vom Gütertausch, ein von Whately vorgeschlagener Name für die Volkswirtschaftslehre, der aber wenig geeignet scheint, weil er zu ausschließlich auf die tauschwirtschaftlichen Verhältnisse hinweist. Katalog (grch.) heißt Überhaupt ein Verzeichnis, in einer eingeschränkten Bedeutung aber ein Verzeichnis von Sachen, die unter einem Hauptbegriff stehen. Es gibt K. von Naturalien, von Büchern, von Altertümern, von Sternen u. s. w. Spricht man hnuch en: von K., so versteht man darunter gewöhnlich ein Verzeichnis von Büchern. Die Anfertigung guter und brauchbarer Bücherkataloge ist mit vielen Schwierigkeiten verknüpft und ersoigt nach bestimmten Regeln, welche die praktische Bibliographie und die Bibliothekwissenschaft (s. d.) lehren. Die gedruckten K. bilden einen wichtigen Zweig der bibliogr. Litteratur. Der Anlage nach unterscheidet man alphabetische (nach den Namen der Verfasser der verzeichneten Bücher), systematische (nach den einzelnen Wissenschaften und deren Unterabteilungen geordnet) und Realkataloge. In letztern (jetzt nur noch wenig gebräuchlich) werden die Bücher unter gewisse, selbst wieder alphabetisch geordnete Stichworte gebracht (3. B. die Schriften über Pferdezucht u. dgl. unter das Stichwort Pferd). Die Bibliographen und Bibliothekare hingegen unterscheiden K.ber bestimmte Litteraturzweige (Fachkataloge), K. über Bibliotheken und K. über die Büchervorräte der Verlags-, Sortiments- und Antiquarbuchhändler. Die Fachkataloge, welche die mehr oder minder vollständige Verzeichnung der über eine Wissenschaft, einen Gegenstand der Forschung u. s. w. vorhandenen Schriften bezwecken, fallen unter die Kategorie der bibliogr. Handbücher. (S. Bibliographie.) Die K. größerer Bibliotheken haben dann ein besonderes Interesse, wenn der verzeichnete Bücherschatz ein ungewöhnlich großer ist (wie z. B. der große, seit 1854 im Druck begonnene und 1884 bis zum 11. Bande vorgeschrittene K. der Bibliothek zu Paris), oder wenn derselbe einen besondern Reichtum an typographischen Seltenheiten, Prachtwerken, Inkunabeln, Pergamentdrucken und andern Gegenständen der Bibliophilie enthält, oder endlich, wenn die katalogisierte Bibliothek in einzelnen Litteraturfächern vorzugsweise gut besetzt erscheint. Als Muster für die Bearbeitung dieser Art von K. müssen noch immer Franckes systematischer Catalogus Bibliothecae Bunavianaer (3 Tle. in 7 Bdn., Lpz. 1750—56) und Audiffredis alphabetischer K. der Casanatischen Bibliothek (4 Bde., Rom 1761 — 68) gelten. Während man in Frankreich und Nordamerika fast über alle öffentlichen Bibliotheken gedruckte und großenteils auch gut ausgeführte K. besitzt, ist dies in Deutschland nur erst bei wenigen Instituten dieser Art der Fall. Eine der besten Arbeiten dieser Art ist Hoffmanns K. der Kommerzbibliothek zu Hamburgs (Hamb. 1865). Dagegen sind die Handschriftenschähe, teilweise auch die Inkunabeln vieler größerer Büchersammlungen Deutschlands meist vortrefflich katalogisiert worden. Da K. von Privathibliotheken in der Regel zum Behufe des Verkaufs derselben angefertigt und veröffentlicht werden, so müssen ihre Verfasser dieser Rücksicht den höhern wissenschaftlichen Zweck mehr oder minder unterordnen. Doch haben in dieser Art von bibliogr. Arbeiten von jeher die Franzosen Vorzügliches geleistet. Sehr einflußreich wirkte hier Naudé mit einem „Catalogus bibliothecae Cordesianaen (Par. 1643). Aus dem 18. Jahrh. werden besonders die K. von Martin, Debure und Nyon (Bibliothek La Vallières) geschätzt. Gleichzeitig mit letzterm lieferte Morelli in Venedig den trefflichen K. der Pinellischen Bibliothek. Auch die Engländer (Dibdin), Niederländer und Russen e n schätzbare bibliogr. Arbeiten über einland rivatbibliotheken aufzuweisen. In Deutschand hat man erst in neuerer Zeit angefangen, die K. zum Verkauf oder zur Auktion bestimmter Bibliotheken mit bibliogr. Genauigkeit abzufassen. Ganz in den Vordergrund tritt das bibliopolische Interesse bei den K. der Buchhändler und Antiuare, doch läßt man auch diesen jetzt größere Sorgfalt aigroßer Namentlich zeichnen sich die K. mehrerer großer Antiquarbuchhandlungen sowohl Deutschlands als auch Englands, Frankreichs und der Niederlande vorteilhaft aus, sodaß Petzholdt viele derselben in seine Bibliotheca bibliographican (Lpz. 1866) aufgenommen hat. Ein groß angelegter K. aus der neuern Zeit ist der Index-Catalogue of the library of the Surgeon-General's Office, United States Armyy in Washington (Bd. 1—4, Washingt. 1880—83).