FeedKiachta
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Kiachta, Kjachta, Handelsplatz im russ. Gebiet Transbaikalien, an der chines. Grenze, 450 km im WSöW. von dessen Hauptstadt Tschita, 25 km östlich von der in den Baikalsee fließenden Selenga, auf einer von hohen Bergen umschlossenen, dürren, unfruchtbaren und holzarmen Ebene, in 703 m Seehöhe, zwischen zwei Hügelreihen und am Bache Kiachta, nur 500 m vom chines. Stapelplatz Maimatschin gelegen, gehört als Unterstadt * der nördlich gelegenen Festung Troizkosawsk und bildet mit dieser und dem 22 km gegen Norden entfernten Orte Ust-Kjachta eine Stadthauptmannschaft mit (1882) 8961 E. K. selbst besteht nur aus etwa 80 kleinen Wohnhäusern und mehrern großen Lagerhäusern und zählt 944 E. Die bedeutende Grenzfeste Troizkosawsk am Selengazuflusse Bura, Sitz des Befehlshabers der transbaikalischen Kosaken, ist gut gebaut, hat hölzerne Wohnhäuser, große Warenspeicher, zählt 4675 E. und war bis 1. Okt. 1861 Sitz des seitdem nach Irkutsk (s. d.) verlegten Zollamts. Früher war K. berühmt wegen seiner seit 1727 bestehenden Dezembermesse, auf welcher russ. Produkte gegen chinesische, namentlich Thee, durch Tauschhandel umgesetzt wurden, und durch welche allein der Tschai-baichowy, d. h. Karawanenthee, als bessere Sorte nach Europa kam. Da aber durch den Vertrag zu Peking vom 14. Nov. 1860 der Handel längs der ganzen russ.⸗chines. Grenze freigegeben ist, und seit 1861 der Thee auch in die Ostseehäfen und über die Westgrenze Rußlands eingeführt werden darf, so hat die Messe und der ganze Handel K.s bedeutend verloren. Bei der Einfuhr spielt die Hauptrolle noch immer der Thee, bei der Ausfuhr Tuch, Baumwollzeug, Pelzwerk und Leder.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 259Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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