Kanischa (Kanizsa), bedeutender ungar. Marktflecken im Szalader Komitat, war früher die zweite Festung Ungarns und spielte eine wichtige Rolle in den Türkenkriegen des 16. und 17. Jahrh. Nach wiederholten Anstrengungen endlich den Türken entrissen, wurden die Festungswerke 1702 auf Befehl der österr. Regierung geschleift, sodaß heute nur noch geringe Spuren derselben vorhanden sind. Seine jetzige Bedeutung verdankt K. seiner Lage zwischen Pest und Kroatien einerseits, Wien und Bosnien andererseits, welche es zum Handelsvermittler zwischen diesen Städten und Ländern macht. Seine Borsten- und Hornvieh-⸗, wie seine Getreidemärkte gehören zu den bedeutendsten. Der Flecken liegt an der Österreichischen Südbahn, zerfällt in Groß⸗ und Klein-Kanischa und ist Sitz eines Stuhlrichteramts. Derselbe hat ein kath. Gymnasium, zwei Klöster und sehr bedeutende 888071 Liqueur- und Ziegelfabrikation und zählt (1880) 18 398 E., darunter viele Handwerker und Kaufleute. — Außer Groß- und Klein-Kanischa gibt es im Szalader Komitat noch ein Dorf Raizisch⸗(Räcz-VKanischa und ein Pußta-Kanischa; ferner Türkisch-Kanischa, auch Neu-Kanischa, Martktflecken im Komitat Torontäl an der Theiß, gegenüber von Alt- oder Ungarisch-Kanischa, großer Marktflecken im Bäcs-Bodrogser Komitat, mit 13069 C.; endlich gibt es noch ein K. im Gradiskower Distrikt der frühern kroat. Militärgrenze.