FeedKiel
VerkehrBrockhaus 1882

Kiel heißt der unterste lange Balken eines Schiffs, welcher vom vordern bis zum hintern Ende des Schiffs geht und die Grundlage des ganzen Gebäudes ist, daher man poetisch K. für Schiff sagt. Bei eisernen Schiffen wird der K. durch Eisenplatten gebildet. Auf den K. stoßen vorn und hinten der Vor⸗ und Hintersteven des Schiffs, welche die Begrenzung des Rumpfes bilden. Unten im Winkel zwischen Steven und K. befindet sich eine Aufklotzung, die anfänglich von derselben Stärke wie der K. sich nach oben hin allmählich ausbaucht und in die runde Form des Rumpfes übergeht. Diese Aufklotzung bietet namentlich bei tiefgehenden und scharf gebauten Schiffen eine größere, fast senkrechte Fläche, welche bei Drehungen des Schiffs dem Wasser bedeutenden Widerstand entgegensetzt und erstere dadurch erschwert. Um diesen Übelstand zu beseitigen, 9 Grell in Hamburg den Gitterkiel erfunden, d. h. er hat bei eisernen Schiffen (bei hölzernen ist es nicht thunlich, weil dadurch der Verband zu sehr gelockert würde) die hintere Aufklotzung (das sog. Todholz) durchbrochen, um das sonst zu verdrängende Wasser durchfließen zu lassen. Diese Erfindung ist sehr zweckmäßig und kommt immer mehr zur Anwendung.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 263Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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