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Sagen & MythenBrockhaus 1882

Kimmerier heißen bei Homer die Anwohner des Okeanos im äußersten Westen, da, wo immer Dunkel herrscht (kimmérische Finsternis) und Helios nicht leuchtet. Ganz verschieden von diesen mythischen sind die historischen K., ein Volk, das aus seinen Sitzen an dem Kimmerischen Bosporus (zwischen der heutigen Krim und dem Festlande), der von ihm benannt ist, nach der freilich kaum haltbaren Angabe Herodots durch Skythen verdrängt, sich im 8. Jahrh. v. Chr. nach Kleinasien wendete, dort, namentlich in Lydien und Phrygien, eine Zeit lang hauste, Sardes plünderte, Magnesia zerstörte und endlich von dem lydischen König Alyattes Anfang des 6. Jahrh. v. Chr. geschlagen und verjagt wurde. Die Abstammung dieser K. ist dunkel; mit den Cimbern sind sie oft fälschlich zusammengebracht worden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 273Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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