FeedKinglake (Alexander William)
GeschichteBrockhaus 1882

Kinglake (Alexander William), engl. Parlamentsmitglied und Geschichtschreiber, geb. 1812 in Wilton-House bei Taunton in Devonshire, empfing seine Bildung in Eton und Cambridge, wo er 1832 den Grad eines Bachelor of Arts erlangte, und ließ sich 1837 als Barrister in London nieder. Bekannt wurde er zuerst durch die Beschreibung einer Reise in den Orient, die 1844 unter dem Titel „Eötheno erschien und durch Glanz der Schilderung und Originalität der Ansichten Aufsehen erregte. K. entsagte 1856 seiner Laufbahn als Advokat und wurde 1857 für Bridgewater ins Parlament gewählt. Hier schuf er sich bald eine Stellung als gewandter Redner und leidenschaftlicher Gegner der von Lord Palmerston vertretenen auswärtigen Politik, insofern dieselbe auf die Allianz mit Napoleon III. begründet war. Seinen Sitz im Parlament verlor K. bei den Neuwahlen von 1868. Als Historiker machte er sich bekannt durch ein Werk über den Krimkrieg: The inrasion of the Crimea (5 Bde., 1863 — 75). Eing's bench (Oueen's bench, bancum regis), Oberhofgericht, hieß bisher das eine der drei königl. Obergerichte in Westminster, bestehend aus einem Oberrichter (Lord Chief Justice) und früher 3 oder 7 Richtern, welche mit den Mitgliedern der andern beiden Obergerichte, des Court of common pleas und des Schatzkammergerichts (Court of Exchequer), das Kollegium der 12 (später 15) Oberrichter Englands bilden und bald kollegialisch, bald einzeln die Justiz durch ganz England verwalten. Vor die King's bench gehören ursprünglich nur Kriminalsachen; durch Fiktionen wurden aber auch bürgerliche Sachen dahin gebracht. Durch die Reformgesetzgebung der neuesten Zeit, die Judicature Acts 1873—76, ist die Verschmelzung dieser Obergerichte und des Kanzleihofs eingetreten, sodaß die 35 Oberrichter Englands jetzt ein Gesamtkollegium bilden, welches in 5 Senate (Dirisions) und einen Appellationssenat zerfällt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 279Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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