Klassiker (Classici) hießen im alten Rom diejenigen Bürger, die zur ersten und einflußreichsten der fünf Klassen gehörten, in welche Servius Tullius das röm. Volk einteilte. Bereits im 2. Jahrh. n. Chr. findet man aber diesen Ausdruck bei Gellius bildlich auf die Schriftsteller ersten Ranges übertragen, und diese Bezeichnungsweise ist seitdem für litterarische und künstlerische Dinge allgemein ebräuchlich geworden. Eine jede Nation, die überhaupt eine Blütezeit ihrer Litteratur erlebt hat, nennt diese Blütezeit ihre klassische Litteraturepoche und die besten Schriftsteller derselben ihre K. Insofern aber die großen Schrift⸗ und Kunstwerke des Altertums als in gewissem Sinne unerreichbare Muster dastehen, versteht man unter den K. im engern Sinne meist die besten Schriftsteller des griech. und röm. Altertums. Daher kommt es, daß man dann das Wort klassisch in litterarischer und künstlerischer Beziehung oft ohne weiteres als gleichbedeutend mit antik überhaupt nimmt. So sprechen auch neuere Ästhetiker vom Gegensatz des