FeedKlauenseuchelepizootische)
HeilkundeBrockhaus 1882

Klauenseuchelepizootische), meist mit derMaulseuche vergesellschaftet, eine Krankheit der Wiederkäuer und Schweine, übertragbar auf Geflügel, auf Pferde und auf den Menschen, wenn auf letztern auch nur selten und unter gewissen Umständen (Genuß roher Milch von Melktieren, bei denen die Krankheit das Euter mit ergriffen; Impfen des Ansteckungsgiftes in Wunden). Die Klauen-und Maulseuche ist ein fieberhafter, höchst ansteckender Bläschen⸗ oder Aphthenausschlag, der die Schleimhaut des Rachens und des Maules, die Haut in der Umgebung des letztern, namentlich an den Nasenrändern, die Haut am Klauensaum und im Hornspalt, das Euter der genannten Tiere befällt. Den Beginn der Krankheit, die etwa 3—7 Tage nach erfolgter Ansteckung ausbricht, bildet gewöhnlich heftiges Fieber; nach 24stündigem Bestehen desselben entstehen an den obengenannten Körperteilen mehr oder weniger große, mit gelblicher Lymphe gefüllte Blasen oder Aphthen, welche bald platzen, ihren Inhalt ausfließen lassen, und längere Zeit bleiben an ihrer Stelle kleine vom Oberhäutchen entblößte Stellen (Erosionen) oder flache Geschwüre zurück; die die Aphthen umgebenden Teile sind entzündet. Gewöhnlich heilen nach dem Platzen der Aphthen die erkrankten Stellen von selbst. Bei veredelten Schafen kommt noch eine chronische oder spanische K. vor. Sie ist ebenfalls ansteckend, besteht in einer langsam weiter kriechenden Entzündung und Geschwürsbildung der Klauenweichteile, wodurch es zur Lockerung des Klauenhorns, ja selbst zum Ausschuhen des Klauenschuhes kommen kann. Das Übel charakterisiert sich dadurch, daß die kranken Schafe lahm gehen (Stallhinke, Moderhinke), die kranken Klauen sehr warm und beim Drücken empfindlich sind, endlich am Hornsaume der Klaue eine dünne, übel riechende Materie, die schnell in eine Art Jauche sich umwandelt, ausgeschwitzt wird und Trennung des Hornsaumes, meist immer an der Klaue, bewerkstelligt. Spãter kommt es zur Zerstörung der in der Klaue eingeschlossenen Weichteile, selbst der Knochen; in solchen Fällen können die Patienten nicht gehen, liegen meist im Stalle herum, gehen schließlich an Blutvergiftung oder Abzehrung ein. Die Vertilgung der spanischen K. in einer Schafherde ist, wenn das lübel einmal eingenistet, nur sehr schwer zu ermöglichen, gute trockene Stallstreu hält die Krankheit mit in erträglichen Grenzen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 323Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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