Klausenburg (ungar. Kolozsvär), Hauptstadt des siebenbürg. Landesteils von Ungarn, im Kolozser Komitat, liegt in einem romantischen Thale an lißt, sind unter C aufzusuchen. 21* der Kleinen Szamos, ist Station der Linie Großwardein-K.⸗Kronstadt-Predeal der Ungarischen Staatsbahnen und zählt (1880) 29923 E. Die Stadt ist jetzt nur noch teilweise mit alten Mauern umgeben und teilt sich in die Alt- und die Neustadt, wozu noch fünf Vorstädte kommen. Sie hat einen großen Marktplatz, mehrere schöne Straßen, eine sehr schöne Promenade und in der Kathedrale zum heil. Michael (1414 von König Sigismund gegründet) ein herrliches Gebäude altdeutschen Stils. Sonst sind von Bauwerken noch hervorzuheben: die Dreifaltigkeitskirche, die ehemalige Minoritenkirche, jetzt reform.prot. Kirche, das Nationalmuseum, das vormalige Gubernialgebäude, jetzt Universität, das Rathaus, das ungar. Sommer⸗ und Wintertheater und mehrere Paläste adeliger Familien. Von höhern Unterrichtsanstalten bestehen eine königl. ungar. Universität, ein kath. und ein reform. Obergymnasium, ein Kollegium der Unitarier mit Gymnasium, ferner eine Bildungsanstalt für Professoren, ein Schullehrerseminar, eine Lehrerinnenpräparandie, ein Fröbel sches Institut, eine landwirtschaftliche Akademie, eine höhere Handels⸗ und eine Bürgerschule. Außer den Komitatsbehörden haben in K. die Oberkonsistorien und die Superintendenten für die Reformirten und Unitarier ihren Sitz. Die Bevölkerung, mit einer nur geringen Mischung von Deutschen, Walachen, Armeniern und Juden, vorherrschend magyar. Stammes, treibt hauptsächlich Handel und Gewerbe. Als Hauptort des siebenbürg. Landes der Ungarn war K. während der Revolution von 1848 größtenteils der Mittelpunkt der nationalen Bewegung, während die österr. Streitmächte sich in der zweiten Hauptstadt des Landes, dem deutschen Hermannstadt, konzentrierten. Im Beginne der ungar. Erhebung von dem österr. Feldmarschalllieutenant Puchner für die Kaiserlichen behauptet, wurde K. 25. Dez. 1848 von Bem genommen. Jenseit des Flusses befindet sich auf einem Hügel eine Citadelle mit Erdwällen, die aber jetzt nur noch als Militärstockhaus dient. K. steht auf dem Boden einer röm. Kolonie (wahrscheinlich Porolissum), und viele Ausgrabungen von röm. Münzen, Bronzen etc. wurden daselbst gemacht. Der lat. Name Claudiopolis ist mittelalterlich. K., 1178 von eingewanderten Deutschen gegründet, ist der Geburtsort des Matthias Corvinus, Königs von Ungarn.