FeedKaschau (ungar. Kassa, spr. Kascha)
ErdkundeBrockhaus 1882

Kaschau (ungar. Kassa, spr. Kascha), Hauptstadt Oberungarns und des Komitats Abaujvar-Torna, am rechten Ufer des Hernad und am Knotenpunkt der Kaschau-Oderberger, der Ungarischen Nordost⸗ und der Theißbahn, in einem rings von Weinbergen eingeschlossenen Thale, ist Sitz der Komitatsbehörden, eines kath. Bistums, einer Oberstudiendirektion und zählt (1880) 26 097 E. Die innere, modig stark befestigte Stadt zeichnet sich durch regelmäßige, reinliche Straßen und viele ansehnliche Gebäude aus. Die von der innern Stadt durch breite Glacis getrennten drei Vorstädte sind ziemlich ausgedehnt. K.s Hauptzierde bildet der am Hauptplatz stehende große, aus Quadern im got. Stil erbaute Dom der heil. Elisabeth, der reich an alten Bildern ist und zu den ältesten und schönsten Kirchen Ungarns gehört. Von höhern Unterrichtsanstalten finden sich zu K. eine königl. Rechtsakademie, ein Obergymnasium, eine Oberrealschule, eine Lehrerbildungsanstalt, ein bischöfl. Seminar, ein k. k. Obererziehungshaus. Die Bewohner der Stadt sind sehr gewerbfleißig. Außer Pulver⸗ und Papiermühlen und mehrern Olraffinerien HTuche Fabriken für Tabak, Leder, Zucker, Essig, uch, Nägel, Rollgerste, Stärke, Preßhefe. Infolge seiner Lage mißt, sind unter E aufzusuchen. vermittelt K. den Handelsverkehr zwischen Galizien und Ungarn. K. ist einer der ältesten Orte des Landes und wurde schon von König Bela IV. 1241 zur Stadt erhoben. Bei K. schlug 4. Jan. 1849 der österr. General Schlik den ungar. Kriegsminister Meszäros. Vgl. Krones, „Zur Geschichte der Freiadt K.y (Wien 1864).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 162Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6