FeedKlettgau (der)
ErdkundeBrockhaus 1882

Klettgau (der), eine Landschaft des deutschen Jura, liegt westlich von Schaffhausen, teils auf bad. teils auf schweiz. Gebiet zwischen dem Randen, dem Rhein und der Wutach und wird von NO. nach SW. von zwei bewaldeten 5—700 m hohen Hügelreihen durchzogen, die vom Hochplateau des Randen auslaufend sich bis zur untern Wutach und dem Rhein vorschieben. Das zwischen diesen Höhenzügen gelegene Hauptthal ist eine fruchtbare Juramulde mit mildem Klima, reich an Korn, Obst und Wein, der namentlich in dem schweiz. Teile des K. bis zur Höhe von 600 meüber dem Meere gebaut wird. Die wichtigsten Ortschaften sind im bad. K. das Städtchen Thiengen (347 m über dem Meere, 2247 E.), einst der Sitz des Landgrafen des K., und in die Linie Waldshut-Schaffhausen der Badischen Staatseisenbahn einmündet, im schweiz. Teile das wohlhabende, weinreiche Dorf Unter-Hallau (s. Hallau) und das Städtchen Neunkirch (431 m über dem Meere, 1472 E.). Nach der alten Gaueinteilung Deutschlands gehörte der K. zum Herzogtum Alamannien; später stand er unter den Grafen von Habsburg-Laufenburg und ging von diesen 1408 an die Grafen von Sulz über, welche die obere Hälfte des Gaues als Reichsafterlehn an die Stadt Schaffhausen überließen. Bei dem Erlöschen dieses Hauses 1687 ging die Landgrafschaft an die Fürsten von Schwarzenberg über, welche dieselbe 1813 an das Großherzogtum Baden verkauften. Jetzt gehört der badische K. dem Kreise und Bezirksamt Waldshut an, der schweizerische besteht aus den Bezirken Ober-K. (41 qkm, 3874 E.) und Unter-K. ber akm, 4724 CE.) des Kantons Schaffhausen; außerdem gehörten zur alten Landgrafschaft K. der auf dem rechten Rheinufer gelegene Teil des Kantons Zürich (Eglisau) und die daran anstoßende schaffhausensche Enklave Buchberg.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 340Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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