FeedKlöppelmaschine
Sitten & ModeBrockhaus 1882

Klöppelmaschine (frz. machine à lacets; engl. braiding-machine, plaiting-machine), eine zu Po-H samentierarbeiten oder auch zur Spitzenfabrikation gebrauchte mechan. Vorrichtung, welche die Fäden, resp. Gruppen von Fäden in der Weise schlingt, daß diese nach rechts oder links verdreht und bald oben, bald unten zwischeneinander hindurchgeführt werden, sich kreuzen und an einer Stelle zusammen⸗⸗ laufen, wo sie sich zu Schnüren oder Spitzen verflechten und von wo das fertige Geflecht durch spezielle Vorrichtungen fortgezogen wird. Die Maschine zur Verfertigung der Rundschnüre (Docken oder Litzen) und die zum Spitzenklöppeln beruhen im wesentlichen auf den gleichen Konstruktionsprinzipien, indem die Spitzen hinsichtlich ihrer Herstellungsweise als breite Schnüre aufzufassen sind. Vorstehende Figur stellt eine Spitzenklöppelmaschine von A. E. Malhere in Paris dar, für welche derselbe die horizontale Anordnung gewählt hat. Wie ersichtlich, bildet die Maschine einen Quadranten eines Kreises. In der Peripherie des letztern sind eine große Anzahl Bohrungen angebracht, die sich alle sowohl in horizontaler als in vertikaler Richtung tangieren müssen. In jedem Loch befindet sich ein cylindrischer Körper von Metall, ein Dorn, der an seiner Stirnfläche eine diametrale Rinne (Nut), etwa wie in den Köpfen der Holzschrauben, hat. Diese Nut dient kleinen Wagen oder Schiffchen zur Führung, welche, auf geeignete Weise angetrieben, von der Rinne eines Dorns in diejenige des im benachbarten Loch befindlichen Dorns hinübergleiten können. Um den 7 das Hinübergleiten der Schiffchen aus einer inne in die andere erforderlichen Antrieb derselben zu bewirken, schneidet die Nut bis zur hohlen Achse des Dorns ein. In den Raum zwischen Achse und Dorn greifen zwei Hebel, sog. Stößer, ein, welche entweder einzeln oder gleichzeitig eins oder zwei der Schiffchen nach rechts oder links drehen. Je nachdem die Dorne verdreht sind, könner die Schiffchen in horizontaler oder vertikaler Richtung, nach rechts oder links oder nach oben und unten in die benachbarte Rinne gleiten. Um die Arbeitsweise zu veranschaulichen, kann man die Dorne mit den auf Eisenbahnen gebräuchlichen Drehscheiben vergleichen, da dieselben, indem sie die Stellung der Fäden und ihre Reihenfolge modifizieren, einen ähnlichen Zweck verfolgen wie die Drehscheiben in ihrer Beziehung zu den Wagenzügen. Die Bewegung der Schiffchen nach den durch das Spitzenmuster vorgeschriebenen Regeln geschieht durch einen dem Jacquardmechanismus (s. unter Weberei) ähnlichen. Apparat, der in der Figur nicht sichtbar ist. Wie die Abbildung zeigt, wird die fertige Spitze im Mittelpunkt des Kreisquadranten von zwei Walzen aufgenommen und fortgezogen. Die bis auf einige Modifikationen analog konstruierten, aber ohne Muster arbeitenden Rundschnur⸗, Docken-oder Litzenmaschinen sind als eine Anzahl von Spulen oder Klöppeln zu denken, die durch einen Mechanismus in wellenförmigen Bahnen so bewegt werden, wie sich der Verlauf der einzelnen Stränge in der Schnur gestaltet. Derartige Maschinen dienen zur Verfertigung von Schnuren oder Borten, der Schnürbänder oder Schnürsenkel, sowie der zum Besetzen von Leibwäsche und andern Kleidungsstücken verwendeten Litzen, geflochtener Dochte und bewickelter Kautschukfäden. Die einfachsten K. sind die zur Herstellung der Kerzendochte, weil bei diesen nur drei Fäden erforderlich sind, welche genau in derselben Weise wie ein Haarzopf zusammengeflochten werden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 349Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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