Klöppeln, im allgemeinen die Kunst, aus Gespinsten aller Art, sowie aus Gold- und Silberdrähten durch Flechten, Knüpfen oder Schlingen Spitzen, Schnüre u. s. w. herzustellen. ißt, sind unter C aufzusuchen. Beim Spitzenklöppeln bilden die vereinigten hat d vier⸗ oder sechsseitige Zellen, deren Gesamteit den Grund darstellt, auf welchem sich durch stellenweise Anwendung anders geformter oder in der Dichtheit der Fäden abweichender Zellen Figuren oder Muster erzeugen lassen, auf deren stil⸗ .⁷½¹ Kombination zum größten Teil der hohe Wert einer guten Spitze beruht. Zum Spitzenklöppeln wird meist feiner Leinenzwirn verwendet. Jeder der hierzu nötigen Fäden (an der Zahl oft über 200) wird auf eine kleine hölzerne Spule von der Form eines Kegels (Klöppel) gewickelt. Als Unterlage bei der Arbeit dient ein mit Werg, Sand oder Haaren ausgestopftes Polster (Klöppelkissen), auf welchem das auf einem Papierstreifen durch Stecknadelstiche vorgezeichnete Muster (Klöppelbrief) befestigt wird. In die Löcher werden Nadeln gesteckt, um welche die Fäden durch passendes Hin- und Herwerfen der Klöppel geschlungen und zwischen welchen sie miteinander verflochten werden. Während der Arbeit hängen die Klöppel an ihren Fäden vom Kissen herab. In dem Maße, wie die erstere fortschreitet, werden aus den fertigen Spitzen die Nadeln herausgezogen und in die folgenden Löcher gesteckt. Das Spitzenklöppeln wurde schon zu Ende des 15. Jahrh. in Italien und den Niederlanden geübt; um die Mitte des 16. Jahrh. wurde dasselbe durch Barbara Uttmann (s. d.) im bichsischen Erzgebirge eingeführt, wo es seitdem eine wi tige Erwerbsquelle der armen Bevölkerung geworden ist. Das älteste Musterbuch für Spitzenklöppeln ist das von Nikolaus Basseus, welches 1568 in Frankfurt a. M. erschien. Durch den immer mehr verbesserten Mechanismus der Klöppelmaschine (s. d.) ist in neuerer Zeit der Hausindustrie eine mächtige Konkurrenz erwachsen, denn obwohl die Maschinenarbeit, wo es sich um ästhetische Vollendung handelt, die Handarbeit nicht zu ersetzen vermag, liefert sie doch auch gefällige, reichverzierte Muster, wobei sie den durch die Massenproduktion bedingten Vorzug der Wohlfeilheit hat. Das Klöppeln als Posamentierarbeit zur Herstellung von allerlei schnurenartigen Besätzen wird gegenwärtig fast ausschließlich mit Hilfe von Maschinen ausgeführt, bei welchen die einzelnen Fäden oder Stränge auf Spulen oder Klöppel gewickelt und mittels derselben verflochten werden. (S. Klöppelmaschine.) Nach der Art der geklöppelten Schnüre unterscheidet man Plattschnur- und Rundschnurmaschinen. Die Plattschnüre werden durch regelmäßiges Verflechten einer ungeraden Anzahl von Strängen gebildet, die in Zickzacklinien die ganze Breite des Bändchens durchlaufen; eine Abart dieser Schnüre sind die mit einer Seele aus schlicht nebeneinander liegenden Fäden versehenen Kerzendochte. Die Rundschnüre sind schlauchartige Geflechte mit oder ohne Seele, die durch Verschlingung einer geraden Anzahl von Strängen gebildet werden, von welchen die eine Hälfte beständig in einer rechten, die andere in einer linken Schraubenlinie verläuft; eine Abart der Rundschnüre sind die viereckigen Schnüre. Gummischnüre sind Rundschnüre, welche als Seele einen Kautschukfaden enthalten. Zu den Klöppelarbeiten gehört auch die aus Seiden⸗ oder Goldfäden bestehende Überkleidung von Pfeifenrohren, Peitschenstielen u. s. w.