FeedKnorpelfische
TierreichBrockhaus 1882

Knorpelfische nannte man bis in die neueste Zeit alle Fische mit knorpeligem Skelett. Jetzt trennt man dieselben, indem man die niedrig organisierten Rundmäuler (Cyclostomata), wohin die Neunaugen, Bricken oder Lampreten gehören, als eigene Klasse von den Fischen überhaupt abscheidet, und nennt K. oder Selachier Fische mit knorpeligem Skelett, ausgebildeten, paarigen, wohlentwickelten Flossen, mit muskulösem, vielklappigem Aortenstiel am Herzen und einer Spiralklappe im Darm. Es gehören hierzu die Kleinmäuler (Holocephala) mit einer einzigen, seitlichen Kiemenspalte, unvollständig gebildetem Kiemendeckel, deren Oberzähne direkt an der knorpeligen Schädelkapsel ohne Vermittelung eines Oberkiefers befestigt sind, während der Unterkiefer an den Schädel eingelenkt ist. Zu ihnen gehören die Seekatzen oder Spöken (Chimaera, s. Tafel: Fische J, Fig. 6) mit ungeteilter, knorpeliger Rückenseite (Chorda) und einem langen, fadenförmigen Schwanze. Die größte Gruppe wird von den Quermäulern (Plagiostomata) gebildet, zu welchen die Haie und Rochen (s. Tafel: Fische!, Fig. 10 u. Fig. 5) gehören, die eine knorpelige Schädellapsel, aber unvollkommen verkalkte, wohlgetrennte Wirbel, einen vom Schädel getrennten Oberkiefer, großes, quergestelltes Maul auf der Bauchfläche und zahlreiche (fünf bis sieben) getrennte Kiemenspalten an den Seiten des Halses besitzen. Die Störe, welche man ihres knorpeligen Skeletts wegen früher ebenfalls zu den K. rechnete, gehören der heutigen Klassifikation nach zu den Ganoiden. (S. Knochenfische.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 376Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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