FeedKom oder Kum
ErdkundeBrockhaus 1882

Kom oder Kum, Stadt in der pers. Provinz Irak Adschmi, 125 Em im SSW. von Teheran, am Badiän-Ruüd, in 975 m Höhe, mit etwa 20000 C., eine heilige und ehemals prächtige Stadt, jetzt zum Teil in Trümmern liegend, vielleicht das antike Choana. Besonders berühmt ist K. durch die zahlreichen Gräber von mohammed. Heiligen. Komana, das Pontische, im nordöstl. Kleinasien am Iris gelegen, berühmte Kultstätte der Göttin Ma, welche Griechen ihrer Enyo, Römer der Bellong gleichstellen, und als solche Sitz eines kleinen Priesterstaats mit 6000 Dienern, besonders Buhlerinnen. Die Feste zogen große Volksmengen an. Dasselbe gilt vom Kappadocischen Komana, das im Hochgebirge des Antitaurus am Oberlaufe des Sarus lag. Beide Städte waren in byzant. Zeit Bischofssitze. Komanen, s. Kumanen. Komantschen, Indianerstamm, s. Comanches. Kombabos, Syrer, hatte sich nach einer Sage, die in griech. Umbildung erhalten ist, als er vom König zum Begleiter von dessen Gemahlin auf einer Reise zur Erbauung eines Tempels der großen Göttin in Hierapolis erwählt worden war, vorher verstümmelt und die Zeichen seiner Entmannung dem König in einem verschlossenen Kästchen übergeben. Als nun seine Feinde durch die verleumderische Beschuldigung, daß er sich gegen die Königin vergangen habe, beim König das Todesurteil gegen ihn ausgewirkt hatten, lieferte er durch den Inhalt des Kästchens und die Vorzeigung seiner Verstümmelung den unumstößlichen Beweis seiner Uns chuld, worauf ihm eine bronzene Statue im Tempel der Göttin errichtet wurde. Nach andern liebte die syrische große Göttin den K. selbst, dessen Beispiel auf ihren Antrieb dann auch andere folgten. „Kombanganoder Kambangan(Blumeninseh), eine Insel an der Südküste von Java, durch einen kleinen Meerbusen, die sog. Kindersee (javan. Segara anakan), von Java getrennt, ist 52 km lang, Fuß hohen, mit üppiger Vegetation bedeckten Bergrücken, auf dem sich ein schmaler Fußpfad von O. nach W. hinzieht. Die Bevölkerung besteht aus wenigen Hunderten von Javanen, die hauptsächlich von Fischfang leben. Ackerbau kann nicht getrieben werden; nur im westlichsten Teile der Insel, in der Nähe von dem Orte Banting-Matti, finden sich einige Kaffeeanpflanzungen. Kombattanten (frz. combattants, Streiter) nennt man alle Individuen eines Heeres, welche für den unmittelbaren Kampf im Kriege bestimmt sind, also sämtliche Ober- und Unteroffiziere, Spielleute und Soldaten in Reihe und Glied. Nichtkombattanten heißen dagegen alle Individuen, die nicht unmittelbar im Gefecht thätig sind, also das ganze Verwaltungspersonal der Armeen, die Verpflegungsbeamten (Intendantur), die Geistlichkeit, Feldpost, das ärztliche und Lazarettpersonal, die Krankenträger (Sanitätstruppen), Kurschmiede, Büchsenmacher, Offiziersdiener u. s. w. Auch das Personal des Train⸗ und Transportwesens wird meist zu den Nichtkombattanten gezählt. Kombination heißt eine Verbindung mehrerer Begriffe samt den daraus hervorgehenden Folgen und Schlüssen, in welchem Sinne man z. B. von lücklichen, scharfsinnigen oder verfehlten und täuscenden K. spricht. In der Mathematik nennt man die verbundenen Begriffe (Dinge) die Elemente der K. Nach ihrer Anzahl teilt man die K. in Klassen; eine K. der ersten Klasse oder Union ist ein einzelnes Element, eine K. der zweiten Klasse oder Binion (Ambe) ist eine Verbindung von zwei, eine K. der dritten Klasse oder Ternion (Terne) eine Verbindung von drei Elementen u. s. w. Man unterscheidet K. mit oder ohne Wiederholung, je nachdem ein Element in derselben Verbindung mehrmals vorkommen darf oder nicht. Bei den letztern gibt es immer so viel Klassen, als Elemente vorhanden sind, und die höchste Klasse enthält nur eine einzige K., welche alle Elemente umfaßt. Sind die vier Elemente a, b, e, d gegeben, so gibt es 1) ohne Wiederholung: vier Unionen, sechs Amben: ab, ac, ad, be, bd, cd, vier Ternen: abe, abd, acd, bod, eine Quaternion: abed; dagegen 2) von den K. mit Wiederholung: 10 der zweiten Klasse (außer den genannten noch aa, bb, ce, dd); 16 der dritten Klasse (außer den genannten noch aab, abb, aac, acc, aad, add, bbe, bec, bbd, bdd, ced, edd) u. s. w. Verwandt dem Kombinieren ist das Permutieren, d. h. das Versetzen, Umstellen gegebener Elemente; so gibt es bei den drei Elementen a, b, c sechs Permutationen: abe, acb, bac, bea, cab, eba. Fragt man, wie viel Amben sind bei fünf gezogenen Lottonummern möglich, so fragt man anh den K. der zweiten Klasi ohne Wiederholung; fragt man aber, wie oft können fünf Personen ihre Plätze wechseln, so fragt man nach der Anzahl der Permutationen von fünf Elementen. Ist das Kombinieren mit dem Permutieren verbunden, so nennt man es Variieren;: die Variationen gegebener Elemente sind also K. derselben zu 2, 3 u. s. w. mit allen möglichen Versetzungen, wobei auch wieder Variationen ohne und mit Wiederholung zu unterscheiden sind. Sind die drei Elemente a, b, o gegeben, so gibt es folgende sechs Variationen derselben von der zweiten Klasse ohne Wiederholung: ab, ba, ac, ca, be, eb; ist nißt, sind unter C aufzusuchen. Wiederholung gestattet, so kommen zu jenen noch folgende drei: aa, bb, cCc. Die Kombinationslehre im weitern Sinne handelt zugleich von den Gesetzen der Permutationen und Variationen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 432Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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