Komorn (ungar. Komärom), ungar. Komitat, im N. von Preßburg, Neutra und Bars, im O. von Gran, im S. von Stuhlweißenburg, im W. von Veßprim, Raab und Preßburg begrenzt, ist 2969km groß. Von der Donau, der Waag und der Neutra durchschnitten, hat K. zwar oft von Überschwemmungen zu leiden, verdankt aber dieser reichlichen Bewässerung eine ungemeine Fruchtbarkeit, die alle Getreidegattungen in großer Menge und Güte gedeihen läßt, während andererseits diese Flüsse, namentlich aber die Donau, die durch K. gehende pestwiener Hauptstraße und die Wien-Raab-Ofener Bahn den Handel sehr beleben. B. den bedeutendsten Erzeugnissen K.s gehört der Wein, der im tätaer Bezirk in jedem Dorfe gebaut wird und von welchem der Neßmelyer weit verführt wird. Ferner sind berühmt die reichen Marmorbrüche. Weitere Ausfuhrartikel sind Fische, Getreide, Holz, Rind- und Borstenvieh, Pferde, Wein, Wolle, Knoppern und Marmor. Gewerbe und Handel sind blühend; namentlich aber bilden Schiffbau und 1 Waagr den Hauptnahrungszweig der Donau⸗ und Waagufer-Bewohner. Die (1880)151699 Seelenstarke Bevölkerung ist, mit Ausnahme einiger tausend Slowaken mißt, sind unter C aufzusuchen. und Deutscher, durchgehends magyar. Stammes und bekennt sich vorwiegend zur kath. Kirche. Hauptort des Komitats ist die an der östlichen Spitze der Insel Schütt, am Zusammenflusse der Donau und Waag auf dem linken Donau-Ufer gelegene k. pändom t Komorn. Unter den öffentlichen Gebäuden derselben sind bemerkenswert die ungemein große St. Andreaskirche, die St. Johanniskirche mit sehr hohem Turme, die griech. Kirche mit vergoldeter Turmspitze, die Franziskanerkirche, das Komitats⸗ und Stadthaus. Die Stadt, Station (K.⸗Niszöny) der Linie Budapest-Bruck a. L. der Ungarischen Staatsbahnen, zählt (1880) 15 721 E., die einen lebhaften Handel mit Getreide, Wein, Holz und Fischen betreiben. Ungefähr 1½ km von der Stadt entfernt, beim Einflusse der Waag in die Donau, liegt, auf drei Seiten vom Wasser umschlossen, die von Matthias Corvinus erbaute, seit 1805 mit großem Kostenaufwand restaurierte Festung Komorn, deren Werke und Schanzen sich an beiden Ufern auf eine Länge von 11 km erstrecken. Sie besteht aus der alten und neuen, durch die im Festungsbereiche gelegene Stadt K. getrennten Festung und kann in ihren weitläufigen Verschanzungen an 30000 Mann, außerdem 10000 in den Kasernen und ebenso viel in den überaus festen Kasematten beherbergen. Aber 12000 Mann genügen zur Verteidigung. Die äußerste Linie der Werke bilden die Brückenköpfe, der befestigte Sandberg auf dem rechten Donau-Ufer und die westlich der Festung vorliegende 2 kmelange Palatinallinie. Die Festung galt von alters her als uneinnehmbar. Auch im ungar. Revolutionskampfe wurde sie vom Okt. 1848 bis Sept. 1849 von den Ssterreichern vergeblich belagert (s. Klapka) und kam erst durch die Kapitulation vom 27. Sept. 1849 an Ssterreich zurück.