Königsbach über 800 metief herab, und weiter oberhalb stürzt, zwei Wasserfälle bildend, aus einer engen Schlucht der Kesselbach herein. Der Mündung des letztern schräg gegenüber öffnet sich eine Schlucht bis zum Kern des Watzmann und gestattet einen Einblick in die innerste Felswüste der hohen Kalkalpen, in das Eisthal mit der Eiskapelle, einem durch seine beispiellos tiefe Lage (840 m) ausgezeichneten, übrigens nicht bedeutenden Gletscher, der aus dem vom Watzmann herabkommenden, durch Regelation in festes Eis verwandelten Firnschnee gebildet wird. Vor dem Eingang der Schlucht steht eine kleine alte Wallfahrtskapelle; im Hintergrund stürzt der Eisbach mit einem Wasserfall hernieder, um den See zu erreichen. Aus dem mitgeführten Schutt hat sich der Eisbach ein halbinselartiges grünes Vorland gebildet, auf welchem die Kirche St. Bartholomä und ein königl. Jagdschloß stehen, beide 1731 erbaut. Am Bartholomäustage (24. Aug.) kommen hier von allen Seiten, aus allen Schluchten und über die Felswände herab die Züge von Wallfahrern zusammen, um die Kapelle zu besuchen, welche zum Andenken an die im Dienst König Ottokars von Böhmen 26. Juni 1260 gefallenen letzten Sprößlinge des alten Hallgrafengeschlechts der Plain erbaut worden sein soll. Der K. birgt viele feine Fische, besonders Saiblinge (Salmo salvellinus), eine Art Lachsforelle, welche weit versandt werden. Die Salet-Alp, eine aus moos⸗ und grasdurchwachsenen Kalkfelstrümmern bestehende Landenge, trennt die Südostecke des K. von dem einsamen hellgrünen Obersee, dessen 57 ha großes Becken, von steil aufsteigenden Marmorwänden eingeschlossen, ebenfalls ein großartiges Landschaftsbild bietet. Vgl. Simony, «über Temperatur und Tiefenverhältnisse des K.»(Wien 1874).