FeedKonrad I.
GeschichteBrockhaus 1882

Konrad I., König der Deutschen (911—918), aus vornehmem fränkischen, mit den Karolingern verwandten Geschlecht, wurde nach dem Aussterben derselben im Nov. 911 zum König erwählt. Ein tapferer Kriegsmann, vermochte er doch nicht, das durch die Unbotmäßigkeit und Zwietracht der Großen zerrissene, von den Einfällen der Ungarn heimgesuchte Reich in Ordnung zu bringen. Lothringen ging an Frankreich verloren; Herzog Heinrich von Sachsen versuchte er vergeblich zur Unterwerfung zu bringen. überhaupt bestrebte er sich, in Verbindung mit den Bischöfen der neu entstehenden Herzogsgewalt entgegenzutreten. In Schwaben gelang es ihm, Erchanger und Berthold zu überwältigen, welche 917 enthauptet wurden; Herzog Arnulf von Bayern mußte besiegt zu den Ungarn flüchten, von wo er zu neuem Kampfe heimkehrte. K. belagerte ihn vergeblich 917 in Regensburg, und in demselben Jahre verheerten die Ungarn das Reich. Endlich erkannte K., daß sein Streben vergeblich war, und gab sterbend seinem Bruder Eberhard und den fränk. Großen den Rat, dem Herzog Heinrich von Sachsen die Krone anzutragen, welcher auch 919 gewählt wurde. K. starb 23. Dez. 918 und wurde in Fulda begraben. Vgl. Waitz, Jahrbücher des Deutschen Reichs unter Heinrich I.v (Berl. 1863); Dümmler, (Geschichte des Ostfränkischen Reichss (Bd. 2, Berl. 1865); Stein, «Geschichte des Königs K. I. von Frankeno (Nördl. 1872).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 479Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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