Kordon, Schnurspalier oder Guirlandenbaum, nennt man eine Kunstform des Obstbaums, die keine Aste, sondern nur einen Stamm hat, der in seiner ganzen Länge mit Fruchtholz besetzt ist. Man wählt für dieselbe bald fruchtbar werdende Sorten auf schwachwüchsiger Unterlage. Beim horizontalen K. wird der Stamm 30 -40 em uber dem Boden rechtwinkelig umgebogen und an einem Drahte bis zum nächsten 1½ m entfernten geleitet. Diese nbr eignet sich besonders gut zur Einfassung von Rabatten und Quartieren des Gemüsegartens. Oft läßt man auch da, wo der Stamm umgebogen ist, einen Ast sich entwickeln, der nach der entgegengesetzten Seite hingeleitet wird (zweiarmiger K.). Bisweilen wechseln auch wohl die in einer langen +4 gepflanzten Stämme in ihrer Höhe, sodaß zwei Reihen von Guirlanden übereinander stehen. Fur den horizontalen K. verwendet man vorzugsweise früh tragbare Apfelsorten, wie weiße Wintercalville, pariser Rambourrenette u. a., aber auch Birnen und selbst Johannis- und Stachelbeeren. Der senkrechte K. eignet sich nur für hohe Mauern; die astlosen Stämme können 50 em voneinander entfernt gepflanzt und ziemlich hoch geführt werden. Haben sie ihre volle Höhe erreicht, so unterwirft man sie in jedem Herbst dem Wurzelschnitt. Andern Kunstformen gegenüber gewähren diese Bäumchen den Vorteil, daß sie leicht zu erziehen sind, früher tragbar werden und gegen Nachtfröste leichter zu schützen sind. Auch kann man auf beschränktem Raume eine entsprechend größere Anzahl von Sorten anpflanzen. Diese Form ist vorzugsweise für Apfel und Birnen geeignet, während man für den schrägen K. auch Pfirsiche und Pflaumen benutzen kann.