Korfä, die nördlichste der seit 1864 zum Königreich Griechenland gehörenden Jonischen Inseln (I. d.), im Altertum Korcyra (s. d.) genannt, enthält auf 712 àakm (1879) mit den kleinen Inseln Fano (Othonus), Merlera (Erikusa) und Samothraki (Salmastraki) 78024 E., meist Griechen. Die Insel ist, abgesehen von dem sandigen Boden des südlichsten Teils, sehr fruchtbar an Ol, Wein, Honig, Gartenfrüchten, besonders Feigen u. s. w. Sie ist durchgehends gebirgig, landschaftlich überaus reizvoll. Der Hauptausfuhrartikel ist Olivenöl; eingeführt wird namentlich Getreide aus Rußland, Gewebe und Garn aus England. K. teilte seit dem Mittelalter im allgemeinen das Schicksal der übrigen Jonischen Inseln. Nachdem es zweimal von den Normannen den byzant. Kaisern entrissen und von diesen zurückgewonnen worden und 1267 in die Gewalt Karls von Anjou gekommen war, überlieferte es sich 1386 den Venetianern, die 1537 sowie 1716 zwei Landungen und heftige Angriffe der Türken tapfer zurückwiesen. Besonders ist die letztere Kriegsthat berühmt, wobei Graf von der Schulenburg die SnMan glorreich verteidigte. K. bildet mit Paxo, Sta.⸗Maura und einigen kleinern Inseln eine griech. Nomarchie von 1092 qkm mit (1879) 106 109 CE. Vgl. Gregorovius, «K. Eine ion. Idyller (2. Aufl., Lpz. 1884); A. Freiherr von Warsberg, «Odysseische Landschaften (1. u. 2. Bd., Wien 1878). Die Hauptstadt Korfu, Sitz eines griech. Nomarchen, eines Appellationsgerichts, eines griech. Metropoliten und eines kath. Erzbischofs, hat einen sichern und geräumigen Hafen, ansehnliche Schiffswerfte und (1879) 16515 E., die bedeutenden Handel treiben. Die Stadt besitzt 43 Kirchen, eine öffentliche Bibliothek von 40000 Bänden; die 1823 gestiftete Universität wurde 1865 aufgehoben und in ein Lyceum umgewandelt.