Koromandel, engl. Coromandel-Coast, ind. Tschola-Mandalam, d. i. Land der Tschola, eines nralten Herrschergeschlechts (s. Karnatik), ist der Name des östl. Küstenstrichs der vorderind. Halbinsel am Bengalischen Meerbusen, zwischen dem der Nordspitze Ceylons gegenüber gelegenen Kap Kalimari (engl. Calimere-Point) unter 10“ 17˙ nördl. Br. und 79 56“ östl. L. (von Greenwich) und Gondegam unter 15 20 nördl. Br. und 80° 10 östl. L., der mißbräuchlich aber auch auf die nordöstl. Fortsetzung der Küste ausgedehnt wird. Das eigentliche K. bildet einen Teil von Karnatik, umfaßt die Küstenstriche der zu der Präsidentschaft Madras gehörenden Distrikte Tanjore, Süd-Arkadu, Tschengalpattu und Nelluru, und erscheint als langer und schmaler Streifen flachen, meist sandigen, von Strandseen, Haffen und Ästuarien unterbrochenen Bodens, gebildet von den Ablagerungen der die östl. Ghats durchbrechenden zahlreichen Flüsse, unter denen der Kaweri, Tirunkojiluk, Palar und Penna die bedeutendsten sind. Das Meer längs dieser Küste ist seicht und ohne einen einzigen natürlichen guten Hafen, obwohl eine Reihe zum Teil stark besuchter Seeplätze, wie Nagapattanam, Nagur, Knarikal, Trankebar, Cuddalore, Pondichery, Sadras, Madras und Pulicat, daselbst gelegen sind. Von Anfang Oktober bis Dezember weht daselbst der Nordostmonsum mit solcher Heftigkeit, daß die Schiffahrt mit Gefahr verbunden ist. Um die Mitte des April fängt der Südwestmonsum an, welcher bis zur Mitte des Oktober anhält. Im Laufe dieser Monate kann man sich mit Sicherheit der Küste nähern. Während dieser Jahreszeit weht den Tag über oft ein brennendheißer Wind; die Seewinde aber kühlen des Nachts die Atmosphäre wieder ab. Das Klima ist im allgemeinen nicht ungesund, selbst nicht für Europäer. Die sandige Beschaffenheit fast der ganzen Küste zeigt sich dem Reisbau nicht günstig. Dagegen ist die in Menge erzeugte Baumwolle eine Quelle der Wohlhabenheit für die Bewohner.