FeedGodaweri
ErdkundeBrockhaus 1882

Godaweri, eigentlich Godawari lengl. Godavary), der Hauptstrom im Dekhan und der größte Fluß der vorderind. Halbinsel überhaupt, entspringt in etwa 1000 m Seehöhe, unter 19˙ 580 nördl. Br. und 73 30 östl. L. im Kollektorat Nasik der brit.⸗ind. Präsidentschaft berbalb Kalte den östl. Abhängen der West-Ghats oberhalb Nasik, sließt zuerst südöstlich, später östlich und zuletzt nach Einmündung des von N. kommenden Pranhita oder Wain-Ganga in südöstl. Richtung dem Golf von Bengalen zu. Seine Länge beträgt 1345 km, sein Stromgebiet 280 600 akm. Bei waram, etwa 148 EKm vom Bengalischen Meerbusen, durchbricht er die Ost-Ghats in einer langen, 450—470 mebreiten Schlucht, deren Wände so steil sind, daß sie auch nicht einem Fußpfad Raum lassen, ohne daß die I hierdurch behindert würde. Oberhalb dieser Schlucht tritt der Fluß in der Regenzeit weithin über seine flachen Ufer und I den fruchtbarsten Schlamm zurück. Im Tieflande der Küste teilt er sich unterhalb Radschahmandri in zwei die Insel Nagaram einschließende Hauptarme, den südlichen oder Narsipurfluß, der in die Bucht von Narsipur fällt, und den südöstlichen oder eigentlichen G., der bei der Sandbank Godavary-Point oder Gordwar-Spitze mündet. Im Bereiche des Delta finden jedoch auch noch weitere Verzweigungen statt. Unter diesen tritt besonders eine nordöstliche, der Koringafluß, hervor, mit Wasser für Schiffe von 3—4 m Tiefgang, während der Narsipurfluß nur solche von 2—3 m zuläßt. Große Schiffe müssen sich wegen der Sandbänke von der Deltaküste entfernt halten. Die zahlreichen Inseln im Flusse enthalten ausgezeichneten Boden für Tabak, die Ufer schwarze Dammerde (sog. Cotton-Ground), die Küste selbst sandigen Boden mit vielen Kokos⸗ und Palmyrapalmen. Seine bedeutendsten Nebenflüsse, 2— 1700 seinem mittlern Lauf angehörend, sind rechts der Mandschera, links der Dudhna mit dem Ghurk Purna, der wichtige, durch den Zusammenfluß der Wain⸗(Wenwa⸗) Ganga und Wardha (Waradah) mit der Pain-Ganga gebildete Pranhita, der Indrawadi und der Siwari oder Sibri. Der Schiffbarmachung des G. und seiner Nebenflüsse für Dampfboote haben die Briten neuerdings, besonders im Interesse der Baumwollausfuhr, größere Aufmerksamkeit geschenkt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 146Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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