FeedKretschmann (Karl Friedr.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Kretschmann (Karl Friedr.), deutscher Dichter, geb. 1. Dez. 1738 zu Zittau, studierte seit w1757 zu Leipzig die Rechte, wurde 1764 Oberamtsadvokat, 1774 Gerichtsaktuar in seiner Vaterstadt und starb daselbst, nachdem er 1797 in Ruhestand getreten war, 16. Jan. 1809. Als Dichter verdankt er seinen Ruf den seit 1769 unter dem Namen des (Barden Rhingulpho herausgegebenen „Bardenliederno, in denen er Klopstock nacheiferte. Unter seinen lyrischen und epigrammatischen Gedichten (Scherzhafte Gesänge v», Lpz. 1771) zeichnen sich viele durch Wahrheit, Witz und Feinheit, sowie durch glatte Form aus. Später machte er sich auch durch Erzählungen bekannt. Seine sämtlichen Werke, darunter auch eine Anzahl Lustspiele, gab er in sieben Bänden heraus (Lpz. 1784 — 1805). Vgl. Knothe, «Karl Friedrich K.v (Zittau 1858). 50 fuDiiht (Edmund), Komponist, geb. 31. Aug. 1830 zu Ostritz in der Oberlausitz, kam 1846 nach Dresden, wurde 1854 Organist an der kath. Hofkirche, 1863 Hofkomponist daselbst, 1872 Instruktor des königl. Kapellknabeninstituts, 1880 Dirigent der Vokalvespern in der kath. Hofkirche und königl. Kirchenkomponist. Im J. 1865 wurde «Die Geisterschlachtv, eine größere Komposition für Männerchor und Orchester von K., preisgekrönt und 1868 erhielt er im internationalen Konkurs zu Brüssel für eine Messe den ersten Preis. Nachdem K. 1869 die romantisch-komische Oper Der Flüchtlingo geschrieben, kam 1874 seine Oper Die Folkungery in Dresden zur Aufführung und ging seitdem über alle größern Bühnen Deutschlands. Im J. 1877 folgte die erste Aufführung der Oper «Heinrich der Löwe » in Leipzig, wozu K. auch den Text schrieb. K. hat außer diesen Werken viele Lieder, Kirchenkompositionen, mehrere Orchestersachen mit und ohne Chor, darunter Die Pilgerfahrto, und eine Suite für Orchester: Musikalische Dorfgeschichteno, geschrieben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 601Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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