FeedStreckfuß (Adolf Friedr. Karl)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Streckfuß (Adolf Friedr. Karl), deutscher Dichter und Übersetzer, geb. in Gera 20. Sept. 1775, studierte zu Leipzig die Rechte, war dann im Justizamte zu Dresden beschäftigt, folgte jedoch 1801 dem Rufe eines Oheims nach Triest und lebte zwei Jahre lang in dessen Hause als Hofmeister. Im J. 1803 kam er nach Wien, wo er «Ruth, ein Gedicht in vier Gesängeno (Wien 1805) veröffentlichte. Im J. 1806 kehrte er nach Sachsen zurück, wo er Advokat, dann Gerichtsaktuar und 1807 Sekretär bei der Stiftsregierung in Zeitz wurde. Im J. 1812 wurde er als Geh. Sekretär nach Dresden versetzt und 1813 zum Geh. Referendar befördert. Er trat dann in preuß. Dienste, arbeitete zunächst bei dem Gouvernement in Merseburg, wurde hierauf erster Rat bei der Regierung daselbst und 1819 nach Berlin berufen, wo er als Geh. Regierungsrat in das Ministerium des Innern kam. Im J. 1840 zum Mitgliede des Staatsrats ernannt, nahm er 1843 seinen Abschied, wobei er das Prädikat als Wirkl. Geh. Oberregierungsrat erhielt, und zog sich nach Zeitz zurück; er starb 26. Juli 1844 in Berlin. S. hat sich als Dichter und Erzähler, noch mehr aber als Übersetzer des Ariosto(«Rasender Rolando, 5 Bde., Halle 1818—20; 2. Aufl., 3 Bde., 1838 —40), des Tasso (4Befreites Jerusaleme, 2 Bde., Lpz. 1822; 4. Aufl. 1847) und des Dante («Die Hölle, das Fegfeuer und das Paradiese, 3 Bde., Halle w1824 —26; 9. Aufl., Braunschw. 1871) einen Ehrenplatz in der deutschen Litteratur erworben. Seine kleinern Gedichte erschienen zuerst in Wien 1804 und dann in Leipzig 1823; Meuere Dichtungeno zu Halle 1834; von den größern ist noch zu nennen «Altimor und Zomiray in sechs Gesungen (Lpz. 1807). Sammlungen seiner Erzählungend erschienen in Dresden 1814, in Berlin 1830. Am besten ist seine Übersetzung Tassos.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 298Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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