Kind (Joh. Friedr.), Dichter und erzählender Schriftsteller, geb. 4. März 1768 zu Leipzig, wo sein Vater, Johann Christoph K., als der erste deutsche übersetzer von Plutarchs Lebensbeschreibungeno (8 Bde., 1745—54) bekannt, Stadtrichter war, studierte daselbst die Rechte. Nach beendeten Studien arbeitete er seit 1789 im Amte Delitzsch, wurde 1793 Advokat in Dresden und schrieb Lenardos Schwärmereien (Lpz. 1792). Im J. 1816 legte er die jurist. Praxis nieder, wurde 1818 gothaischer Hofrat und starb zu Dresden 25. Juni 1843. Seine Gedichte zeichnen sich durch eine fließende Rhythmik aus, doch fehlte ihm Originalität der Darstellung. Von seinen Novellen sind hervorzuheben: „Carlov (Züllichau 1801), Malveno (2 Bde., Züllichau 1805), Tulpene (7 Bde., Lpz. 1806—10), Roswithad (4 Bde., Lpz. 1811—16), »Lindenblütend (4 Bde., Lpz. 1817—19), Die Harfey (8 Bde., Lpz. 1815—19) und «Die Musey (8 Bde., Lpz. 1821—22). Außerdem erschienen eine Sammlung seiner «Gedichte (Lpz. 1808; 2. Aufl., 5 Bde., 1817 —25) und seine Erzählungen und kleine Romaney (5 Bde., Lpz. 1820—27). Mit Th. Hell redigierte er 1805 — 31 die «Abendzeitungo und mit K. L. Kraukling eine Zeit lang die Dresdener Morgenzeitungo. Unter seinen Arbeiten für die Bühne sind zu erwähnen: «Wilhelm der Eroberero, Die Schwüren, «Wilhelm der Bastardo und das Schauspiel Van Dycks Landlebeny 2. Aufl., Lpz. 1820), worin dem Publikum nach ekannten Meisterstücken der niederländ. Schule eine Art lebender Bilder vorgeführt wurde. Ebenso wurden sein Nachtlager von Granaday und sein „Weinberg an der Elber, ein Festspiel mit plastischer Darstellung nach etrurischen Vasengemälden, mit großem Beifall aufgenommen. Außerdem schrieb er die Texte zu Webers Freischützo (uletzt Lpz. 1843) und zu Marschners «„Holzdiebo und das Trauerspiel «Schön Ellav. Seine Theaterschriftenp erschienen in vier Bänden (Lpz. 1821 — 25). Seine Tochter Roswitha K., geb. 7. Aug. 1814, gest. 4. Nov. 1843 in Leipzig, machte sich durch Gedichte (Lpz. 1843) bekannt.